Samstag, 26 Oktober 2019 21:45

Brasilianerin entdeckt in Torgelow ihre Liebe zur klassischen Musik

geschrieben von Pressewart
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Lais Vanzza (Mitte) wohnt seit knapp zwei Monaten bei Margot und Dietrich Lehmann in Torgelow. Die Brasilianerin sieht es als Chance an, ein Jahr in Deutschland verbringen zu können. Foto: F. Beyer Lais Vanzza (Mitte) wohnt seit knapp zwei Monaten bei Margot und Dietrich Lehmann in Torgelow. Die Brasilianerin sieht es als Chance an, ein Jahr in Deutschland verbringen zu können. Foto: F. Beyer

NORDKURIER – HAFF-ZEITUNG – SAMSTAG, 26. OKTOBER 2019

VOLLEYBALL

Seit August wohnt die Südamerikanerin Lais Vanzza in Torgelow. Die 17-Jährige, die im Rahmen des Rotary-Austausch- programms ein Jahr lang bleibt, fühlt sich bei Familie Lehmann richtig wohl. Zusammen waren sie schon beim Stadt.Land.Klassik!-Konzert, das ganz ungeahnte Neigungen in der kulturbegeisterten jungen Frau weckte.

Torgelow. Kaum zu glauben: Erst seit Mitte August ist Lais Vanzza in Deutschland. Und doch kann sich die Brasilianerin schon ziemlich gut verständigen. Zwar muss sie noch ab und an ein paar Wörter auf Englisch sagen oder sich vom Google-Übersetzer helfen lassen. Aber die 17-Jährige, die ohne jegliche Vorkenntnisse der deutschen Sprache nach Torgelow kam und sich erst etwas mehr als zwei Monate hier aufhält, scheint schon gut zurechtzukommen. „Für mich ist es eine große Chance, ich bin dankbar, hier zu sein“, sagt Lais.
Die Südamerikanerin nimmt am Rotary-Austauschprogramm teil. In ihrem Fall wird sie vom Rotaryclub Ueckermünde-Pasewalk-Stettiner Haff unterstützt. Die Schülerin gehört zu aktuell 55 Schülern in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin, die innerhalb des „Highschool-Year“ die hiesige Kultur entdecken und persönlich reifen möchten. Sie wohnt bei dem „Rotarier“ Dietrich Lehmann, dem Me-Le-Geschäftsführer, und seiner Frau Margot in Torgelow. „Sie ist unglaublich nett, umgänglich und hilft mir in der Küche“, schwärmt Margot Lehmann. Von der Ruhe und der Ausgeglichenheit ihres Gastes könne sie sich noch einiges abschauen. Vor allem der erste Monat war für Lais nicht einfach. „Da habe ich meine Familie sehr vermisst, weil ich keinen hier kannte und mich nur auf Englisch verständigen konnte“, erinnert sich die 17-Jährige. Aber das habe sich inzwischen gelegt. Regelmäßig telefoniere sie mit ihrer Heimat. Mit den drei Enkelkindern der Lehmanns spiele sie täglich und verbessere dabei noch ihre Deutsch-Kenntnisse. Auch auf den Geburtstag einer Klassenkameradin sei sie bereits eingeladen worden. „Ich fühle mich hier richtig wohl“, sagt die Jugendliche.
In Ueckermünde besucht Lais derzeit die elfte Klasse des Gymnasiums, wird morgens schon um 6.30 Uhr mit dem Bus abgeholt und macht alles mit, was ihre Mitschüler auch auf dem Stundenplan stehen haben. Außerdem paukt sie nachmittags zusätzlich in Deutsch-Stunden.
In der Schule hat die Brasilianerin schon einige Unterschiede im Vergleich zu ihrer Heimat ausgemacht. Aufgrund deutlich weniger Lehrer gehe der Unterricht dort nur von 7.30 Uhr bis 12.15 Uhr. Fragen dürften die Schüler nur nach der Stunde stellen, das Niveau der Kinder innerhalb der Klassen sei nicht annähernd so ähnlich wie hier. So hätten manche Probleme zu schreiben oder zu lesen. In Deutschland regeln solche Unterschiede die verschiedenen weiterführenden Schulen.
Klischees zufolge gelten Südamerikaner als heißblütig und exotisch, dagegen wirkt Lais äußerst schüchtern und zurückhaltend. Gleichzeitig gibt sie sich sehr interessiert an der Kultur. „Ich war auf dem Stadt.Land.Klassik.-Konzert in Torgelow, das hat mir super gefallen“, sagt die 17-Jährige. Klassische Musik habe sie zuvor nicht wirklich gekannt, diese jetzt aber für sich entdeckt. Außerdem trainiert sie bei den Volleyballerinnen des SV Einheit Ueckermünde und darf am Wochenende zum ersten Mal in der Verbandsliga mitspielen.
Während ihrer Zeit in der Haff-Region möchte Lais unbedingt noch nach Berlin und Stettin. Außerdem steht mit den anderen Schülern des Rotaryclubs im November ein dreitägiger Aufenthalt in Paris an, im April geht es dann auf große Europareise, wenn viele Hauptstädte wie London, Madrid, Rom und Kopenhagen besucht werden.

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