Dienstag, 09 Februar 2021 09:29

Voreilig oder vernünftig? Basketball-Saison abgebrochen

geschrieben von Pressewart GW
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Nach einem Basketball-freien Winter wird die Korbjagd in Mecklenburg-Vorpommern auch im Frühjahr nicht fortgesetzt. Foto: Roland Gutsch Nach einem Basketball-freien Winter wird die Korbjagd in Mecklenburg-Vorpommern auch im Frühjahr nicht fortgesetzt. Foto: Roland Gutsch

NORDKURIER – HAFF-ZEITUNG – DIENSTAG, 09. FEBRUAR 2021

BASKETBALL

Der Basketballverband in Mecklenburg-Vorpommern hat die Saison 2020/21 ersatzlos gestrichen. Damit ist die Spielzeit in der Oberliga für die Teams aus Ueckermünde und Neubrandenburg noch vor dem ersten Spieltag beendet. Eine überstürzte Entscheidung?

Daniel Havlitschek, Basketball-Verbandspräsident und Trainer in Ueckermünde. Foto: ZVG
Daniel Havlitschek,
Basketball-Verbandspräsident und
Trainer in Ueckermünde. Foto: ZVG

Vorpommern/Seenplatte. Mit einer drastischen Entscheidung überraschte der Basketballverband Mecklenburg-Vorpommern: Während die meisten Sportverbände des Landes noch auf sinkende Corona-Zahlen, Lockerungen im Amateursport und einen Restart im Frühjahr hoffen, zogen die Basketballer schon jetzt die Reißleine und erklärten die laufende Spielzeit mit sofortiger Wirkung für beendet. „Die Saison 2020/21 wird ersatzlos gestrichen und nach jetzigem Stand auch nicht nachgeholt“, machte Basketball-Verbandspräsident Daniel Havlitschek auf Nachfrage deutlich.
54 Mannschaften in Mecklenburg-Vorpommern, die in zwölf Ligen und zwei Landespokalen gemeldet waren, müssen sich somit nach einem Basketballfreien Winter auch auf ein Frühjahr ohne Korbjagd einstellen. Mit den Ost-Oberligisten SV Einheit Ueckermünde und SV Turbine Neubrandenburg sind auch zwei Teams aus unserer Region betroffen. Für die beiden Mannschaften ist die Spielzeit beendet, noch bevor sie ein einziges Ligaspiel absolvieren konnten.
Verbandspräsident Havlitschek, der auch die Ueckermünder „BallRox“-Truppe in der Oberliga trainiert, versicherte, den Saisonabbruch im Präsidium keineswegs unüberlegt oder voreilig beschlossen zu haben. „Wir haben es uns mit dieser Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht“, sagte er dem Nordkurier. So sei über verschiedene Möglichkeiten für eine Fortsetzung des Spielbetriebs ausführlich diskutiert worden. Wie Havlitschek verriet, stand dabei besonders ein Alternativplan im Zentrum der Debatte: eine verkürzte Saison ohne Play-Offs zwischen Ostern und den Sommerferien. Zu viele Unsicherheiten hätten bei der Analyse aber überwogen und letztlich zum Saisonabbruch geführt. Den Mitgliedern und Vereinen wollte man nicht die Planung einer dritten Saison in Folge mit großem Fragezeichen zumuten. Insgesamt hätten lediglich neun Wochenenden zum Spielen zur Verfügung gestanden. „Die Situation hätte praktisch an jedem Wochenende Spiele jeder Spielklasse erfordert“, so Havlitschek. Dieser verdichtete Spielbetrieb wäre ihm zufolge für viele Vereine und auch für die Schiedsrichter organisatorisch kaum zu stemmen gewesen und hätte vor allem für die Elternhäuser vieler Jugendspieler eine enorme Belastung dargestellt. Stattdessen will der Verband auf langfristige Planungssicherheit setzen. „Natürlich“, fügte Daniel Havlitschek an, „sind wir genauso enttäuscht wie wohl alle Sportler im Land, doch die Sicherheit aller Teilnehmer geht vor.“
Die Hoffnung, bis zum Sommer doch wieder Basketball erleben zu können, bleibt dennoch bestehen. „Wir befinden uns in der Planungsphase für ein potenzielles Spielangebot für alle Altersklassen.“ Bei der Planung sollen die Vereine frühestmöglich mit einbezogen werden. Sofern es die Infektionslage zulasse, wären frühestens ab Ostern auch Freundschaftsspiele eine Option. „Dies könnte ein Startschuss für eine verhältnismäßig „normale“ Saison 2021/22 werden“, sagte Havlitschek.
Ursprünglich war geplant, den Spielbetrieb in den Basketball-Ligen ab dem 27. Februar wieder aufzunehmen. Dieser Zeitplan ließe sich nach der Auffassung des Basketballverbandes in der derzeitigen Situation allerdings nicht umsetzen. Der eigentlich bereits im Oktober 2020 geplante Saisonbeginn musste seinerzeit abgeblasen werden, wie auch die folgenden Partien. Einen Vergleich haben zumindest die Neubrandenburger Korbjäger in dieser Saison bestritten: Im MV-Pokal-Wettbewerb setzte es am 18. Oktober gegen die „Erste“ der SG Greifswald eine 48:56-Niederlage.

 
 
 
 
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