NORDKURIER – HAFF-ZEITUNG – FREITAG, 12. JULI 2024
TISCHTENNIS
Weil Anh-Tuan Trinh sich in Land und Leute verliebt hat, sind aus dem geplanten Jahr am Haff 40 geworden. Und so ist er nach Ueckermünde und zu seinem Sport gekommen.
Ueckermünde. Dass Anh-Tuan Trinh vor exakt 40 Jahren in Ueckermünde gelandet ist, ist kein Zufall. „Damals wurde alles 'gelenkt'“, sagt der heutige Chefarzt der Inneren Medizin am Ameos Klinikum Ueckermünde.
Er berichtet, dass man zu DDR-Zeiten immer wusste, wo Bedarf an entsprechenden Fachkräften bestehe. Dementsprechend seien die jungen Studenten, so auch seine Freundin und er, dann auch dirigiert worden. Betroffen habe das alle DDR-Studenten. „Man musste sich erst einmal darauf einlassen. Eine andere Wahl gab es nicht“, so der Chefarzt.
Anh-Tuan Trinh, geboren in Vietnam, hat sich nach seinem Medizin-Studium in Rostock (1978 bis 1984) darauf eingelassen, auf Ueckermünde, auf die Menschen und auf das damalige Krankenhaus. Er erinnert sich, dass er zunächst nur für ein Jahr bleiben und dann weitersehen wollte, denn ein späterer Wechsel sei immer irgendwie möglich gewesen. Nur anfangen musste man erst einmal.
Nun, in den Tagen um seinen 65. Geburtstag herum, blickt Trinh zurück: „Aus einem Jahr sind 40 Jahre geworden“, sagt er und schmunzelt. Denn auch nach seinem Jahr als Pflichtassistent (in der DDR die Bezeichnung für Arzt im Praktikum) blieb die junge Familie in Ueckermünde.
Wohlgefühlt hat sich der sportbegeisterte Mediziner in der Uecker-Randow-Region nämlich von Anfang an, wie er sagt. Er habe sich verliebt, verliebt in Land und Leute.
Doch nicht nur als Arzt an den Ameos Kliniken Anklam und Ueckermünde ist Anh-Tuan Trinh in der Region bekannt, sondern auch als Sportler.
Gerade bereitet sich der Ueckermünder auf seinen 23. Marathon vor. „Ich suche mir aus verschiedenen Trainingsplänen im Internet das heraus, was für mich zeitlich und persönlich am besten passt“, berichtet er. Nach zehn bis zwölf Wochen intensivem Training sei er dann startklar für den Berlin-Marathon im September.
Dort hat er vor 15 Jahren auch seinen ersten Marathon absolviert. „Bis dahin bin ich immer Halbmarathon gelaufen“, erinnert er sich. Von seiner Familie habe er zum 50. Geburtstag die Anmeldung und die Hotelübernachtung für den Berlin-Marathon geschenkt bekommen. Ihm blieben zehn Wochen zur Vorbereitung.
Wer den Mediziner schon beim Training in der Region gesehen hat, weiß, dass er oftmals nicht allein unterwegs ist. „Mein Hund läuft gerne mit“, sagt Anh-Tuan Trinh. Sein früherer Mischlingshund sei es auch gewesen, der ihn überhaupt zum Laufen gebracht hat.
Denn aus dem Toben und Spielen auf der Wiese seien irgendwann regelmäßige Laufeinheiten geworden. „Er hätte mit Sicherheit auch einen Marathon geschafft“, sagt Trinh, zu dessen weiteren großen Leidenschaften auch das Tischtennisspielen, das Zeichnen, das Schwimmen und das Klavierspielen gehören.