Freitag, 12 März 2021 20:11

Erneut keine Titelkämpfe im Marathon und Halbmarathon

geschrieben von

NORDKURIER – HAFF-ZEITUNG – FREITAG, 12. MÄRZ 2021

LEICHTATHLETIK

Die Coronakrise wirkt sich weiter auf den Sport aus. In Mecklenburg-Vorpommern fallen zwei Landesmeisterschaften im Laufsport aus.

Neubrandenburg/Ueckermünde. Erst der Marathon, nun auch der Halbmarathon: Die Landesmeisterschaften Mecklenburg-Vorpommerns über die 42,2 Kilometer in Ueckermünde und 21,1 Kilometer in Neubrandenburg fallen wegen der Coronakrise aus. Der Haffmarathon sollte am 27. März gelaufen werden, der „Halbe“ in der Viertorestadt am 8. Mai.
„Es tut uns sehr leid, aber wir haben keine andere Möglichkeit gesehen“, sagte Stephan Schwandke, Vorsitzender des HSV Neubrandenburg. Der HSV hätte den Halbmarathon im Kulturpark ausgerichtet. Ausschlaggebend für die Absage sei letztlich gewesen, dass auch der einen Tag später geplante Frauenlauf nicht stattfindet. In der Vergangenheit habe der Verein Kosten sparen können, wie zum Beispiel für die Mietung der Stadthalle, weil die Einrichtung für beide Veranstaltungen genutzt worden war. „Allein kriegen wir das nicht gewuppt. Außerdem sind die Corona-Auflagen, die wohl auf uns zugekommen wären, nicht zu erfüllen“, sagte er. Eine Verschiebung in den Herbst war beim HSV kein Thema. Das trifft auch für den Haffmarathon zu, bei dem traditionell die Landesmeister über die 42,2 Kilometer gekürt werden.
„Wir haben wirklich alles getan, dass der Marathon stattfinden kann. Aber wenn ich wegen der Corona-Infektionen nicht mal mit den Kindern bei uns im Verein Sport treiben darf, wie soll dann ein Marathon stattfinden?“, so Frank Greiner-Mai, Rennleiter des SV Einheit Ueckermünde. Der Inzidenzwert im Landkreis Vorpommern-Greifswald liegt derzeit knapp unter 100. Greiner-Mai kann die Enttäuschung der Läufer, von denen sich viele schon wieder auf die Marathon-Titelkämpfe vorbereitet hatten, verstehen. „Vielleicht hätte man den Haffmarathon ja mit ganz vielen Einschränkungen auch austragen können. Aber die Frage ist doch dann: Macht es so noch Spaß für die Läufer und die Organisatoren“, so der Ueckermünder Verantwortliche.
Seit zwei Jahren keine Landestitelkämpfe
Die beiden Landesmeisterschaften im Langstreckenlauf waren bereits im vergangenen Jahr ausgefallen. Somit wurden die Titel letztmals 2019 vergeben.
Damals holten sich Stefan Lange (LG Schwerin) und Bärbel Lemme von der TSG Wittenburg die MV-Meisterschaft im Marathon. Lange gewann in Ueckermünde in 2:47,00 Stunden; Lemme in 3:56,40. Beim Halbmarathon 2019 in Neubrandenburg waren Anna Izabela Böge vom SV Turbine Neubrandenburg (1:29,18) und Uwe Kleinschmidt (TC Fiko Rostock) in 1:15,49 die Schnellsten im Kulturpark.

Samstag, 27 Februar 2021 13:30

Wie Amerikas Superstars den Basketball ans Haff brachten

geschrieben von

NORDKURIER – HAFF-ZEITUNG – SAMSTAG, 27. FEBRUAR 2021

BASKETBALL

Basketball galt zu DDR-Zeiten als Sportart ohne Chance auf Olympia-Medaillen und erhielt daher keinerlei Förderung vom Staat. Nach der Wende sorgte jedoch gerade ein spezielles olympisches Turnier für einen regelrechten Basketball-“Boom“ in der Region. Guido Winter, Ueckermünder Korbjäger seit der ersten Stunde, kann sich erinnern, weiß aber auch, dass ein Hype schnell vorbei sein kann.

Für das Nordkurier-Foto nahm Guido Winter zum ersten Mal im Jahr 2021 einen Basketball in die Hand. „Die Luft ist raus“, bemerkte der 44-Jährige – was sowohl für den Ball als auch für die inzwischen abgebrochene Basketball-Saison gelten dürfte. Foto: Dennis Bacher
Für das Nordkurier-Foto nahm Guido Winter zum ersten Mal im Jahr 2021 einen Basketball in die Hand. „Die Luft ist raus“, bemerkte der 44-Jährige – was sowohl für den Ball als auch für die inzwischen abgebrochene Basketball-Saison gelten dürfte. Foto: Dennis Bacher

 

Ueckermünde. Der letzte Liga-Sieg einer Ueckermünder Basketball-Mannschaft liegt schon eine ganze Weile zurück. Fast 13 Jahre sind vergangen, seitdem die Korbjäger des SV Einheit zuletzt ein Pflichtspiel gewannen. Dazu muss man sagen: In den Jahren danach wurde am Haff zwar weiterhin trainiert, um Siege in einer Liga ging es jedoch lange nicht mehr. Dies änderte sich im Jahr 2019, als die Ueckermünder „BallRox“ – so nennt sich die Mannschaft seitdem – nach langer Abstinenz wieder einmal für den Spielbetrieb meldeten. Ein Sieg gelang den Neulingen in ihrer Premierensaison 2019/20 zwar noch nicht, sollte im zweiten Spieljahr allerdings unbedingt folgen. Das Coronavirus schob dieser Hoffnung der „BallRox“ jedoch vorerst einen Riegel vor: Noch vor dem ersten Spieltag sagte der Basketballverband die Saison 2020/21 komplett ab.
Der Spielbetrieb wird in den Ligen des Landes frühestens im Herbst fortgesetzt. „Das Ziel ist dann ganz klar der erste Sieg“, macht Guido Winter schon jetzt deutlich. Der 44-Jährige ist Teil des Teams, versteht sich auf dem Feld als eine Art „Aushilfskraft“, „ich springe dort ein, wo Not am Mann ist“, sagt er. Die Niederlagenserie der ersten Spielzeit macht er vor allem am Erfahrungsdefizit seiner Mannschaft fest. „Wir waren frisch dabei und spielten gegen Mannschaften, die zum Teil schon seit fünf Jahren zusammen spielen. Die Jugendlichen waren nervös, und außerdem wachsen die ‚Großen‘ hier nicht unbedingt auf den Bäumen. Ich will nicht sagen, dass wir nächste Saison um den Titel mitspielen, aber als Kanonenfutter möchten wir uns ganz sicher nicht erneut präsentieren.“ Voraussetzung dafür sei natürlich, dass die Mannschaft so bleibt, wie sie vor dem Lockdown war. Im Optimalfall könnte „BallRox“-Trainer Daniel Havlitschek dann auf 16 Aktive bauen – er selbst ist als Spieletrainer einer von ihnen.
Es sind vor allem die Jugendlichen, von denen sie sich beim SV Einheit in Zukunft sehr viel versprechen. Die Ueckermünder Basketball-Abteilung hat es geschafft, das Interesse der Jugend an dem Sport deutlich zu steigern. Etwa 25 Nachwuchsbasketballer trainierten vor dem Lockdown bei den „BallRox“ in drei Trainingsgruppen – etwa ein Drittel davon ist weiblich. Es wird zwar noch dauern, bis die Oberligamannschaft von dieser Entwicklung profitieren könnte, zu den Männern gehören aber schon jetzt einige Basketballer aus den jüngeren Semestern. Sie sind 18 oder 19 Jahre alt – ein Alter, in dem nicht Wenige ihre Heimatstadt verlassen. „Da kannst du nur hoffen, dass die Jungs in Rostock oder Greifswald studieren“, sagt Winter. Das aktuelle Team ist um die erfahrenen Falko Ramm, Remo Honerjäger, Maik Bretschneider und Guido Winter gebaut, die zum Teil bereits seit der Gründung in den 90er-Jahren aktiv sind und zum ersten Sieg im offiziellen Spielbetrieb seit 13 Jahren beitragen wollen.
„Basketball-Urknall“ erschüttert das Haff
Angefangen hat alles kurz nach der Wende. Galt der Sport zu DDR-Zeiten noch als unpopuläre Beschäftigung, die vom Ministerrat – im Gegensatz zu Sportarten wie Fußball, Handball, Turnen, Leichtathletik und Judo – als nicht förderungswürdig erachtet wurde, da keinerlei Chancen auf Medaillen bei den Olympischen Spiele bestanden, war in den 90ern plötzlich eine gewisse Basketball-Euphorie in der Stadt zu spüren, wie sich Guido Winter erinnern kann. Ausgelöst, durch den spektakulären Auftritt der Amerikaner bei den Olympischen Spielen im Jahr 1992, der sich als eine Art „internationaler Urknall“ des Sports erwies. Die US-Basketballer spielten sich in Barcelona in überlegener und spektakulärer Manie zur Goldmedaille und machten sich als „Dream Team“ auch am Haff einen Namen. „Das hat uns damals ganz schön imponiert“, erzählt Guido Winter, der sich schon vor dem Triumph der „Allstars“ um Magic Johnson, Michael Jordan, Scottie Pippen und Co. immer mal wieder mit Freunden auf dem Hof zum Körbewerfen traf. Vom Hype der Sommerspiele angesteckt, ließen sich fortan immer mehr Jugendliche in Ueckermünde blicken, um – wo immer ein Korb hing –, die Dribblings und Würfe der Stars aus Übersee nachzuspielen. „Fuhr man damals mit dem Fahrrad durch Ueckermünde, sah man überall Leute spielen. Man stieß dann einfach dazu und spielte mit“, schwärmt Winter vom Sommer 1992.
Die Euphorie-Welle schwappte schließlich auch an die Schulen. Gemeinsam mit seinem Kumpel Falko Ramm, einem weiteren „Basketball-Urgestein“ der Region, besuchte Winter das Gymnasium in Eggesin. „Da gab es einen Lehrer, der eine Art Basketball AG gründete“, so Guido Winter. Relativ zeitgleich lernten sie mit dem damaligen Vorstandschef des SV Einheit Ueckermünde, Guido Pietzke, einen Trainer kennen, der ein Herz für Jugendliche hatte und offen für neue Trends war. Er bot den Jungs eine Heimat und organisierte die ersten Streetball-Turniere in Ueckermünde. „Für uns Jugendliche war es wichtig, dass sich jemand kümmerte.“
Zum Jahresbeginn 1994 gründete sich im Verein schließlich eine eigene Basketball-Abteilung, mit den damals 17-jährigen Falko Ramm und Guido Winter als Aktive. „Man hat jede Gelegenheit genutzt, um zu spielen“, erinnert sich der inzwischen 44-jährige Winter, der sich als Kind erst im Bodenturnen ausprobierte, anschließend als Ringer und Schütze agierte, ehe er sich gänzlich dem Sport aus den Staaten verschrieb.
Spricht man den heutigen Trainer der Ueckermünder „BallRox“-Mannschaft, Daniel Havlitschek, auf Guido Winter an, dann fallen ausschließlich lobende Worte. Winter spielte, dem Vernehmen nach, eine entscheidende Rolle in der Entwicklung des lokalen Basketballsports. Man könne ihn im wahrsten Sinne als „Mädchen für alle“ bezeichnen. Gemeint sind die zahlreichen Funktionen, die Guido Winter bekleidet. Der 44-Jährige ist nach wie vor aktiver Spieler in Ueckermünde, trainiert den Nachwuchs im Verein, leitet seit fünf Jahren die Basketball-Abteilung, ist Teil des Vereinsvorstandes und seit dem vergangenen Jahr sogar stellvertretender Vorsitzender des SV Einheit. Er pfeift am Wochenende Landespartien und ist außerdem als Datenschutzbeauftragter im Verbandspräsidium beschäftigt.
Beruflich bedingt pendelt Guido Winter zudem regelmäßig zwischen Ueckermünde – wo er Haus und Hof zu versorgen hat – und Schwedt, wo er einen Job am Amtsgericht ausübt.
Winter: Eine Zeit lang war alles eingeschlafen
Der Olympia-Hype hielt in den 90ern leider nicht allzu lange an. An regelmäßigen Spielbetrieb war für die Basketballer vom Haff nach der Gründung der Abteilung noch nicht zu denken, zu viele Kilometer hätten für die Auswärtspartien zurückgelegt werden müssen, zu wenig Geld stand damals zur Verfügung. „Wir haben hauptsächlich trainiert“, erinnert sich Guido Winter – hin und wieder gab es Turniere. Mit der Zeit verloren einige die Lust an dem Sport, andere nahmen ein Studium fernab der Heimat auf, wieder andere wollten regelmäßig spielen und schlossen sich einem entsprechenden Verein an. „Eine Zeit lang war alles eingeschlafen“, sagt Winter.
Im Jahr 2001 erlebte die Basketball-Abteilung beim SV Einheit Ueckermünde einen zweiten Frühling. Ehemalige Korbjäger hatten ihren Studienabschluss inzwischen in der Tasche und kehrten zurück ans Haff. „Macher“ Falko Ramm, der zwischenzeitlich zum SV Turbine Neubrandenburg gewechselt war, gab ebenfalls seine Rückkehr bekannt. Von diesem Schwung gepackt, beteiligten sich die Ueckermünder im Herbst des Jahres erstmals an der Basketball-Landesliga, seinerzeit der untersten Spielklasse in Mecklenburg-Vorpommern. In der Saison 2007/08 belegte der SV Einheit in der Landesliga Ost den vierten Platz, danach wurde es wieder still um die Abteilung. „Einige Aktive wurden Vater, andere bauten Häuser“, erklärt Guido Winter den erneuten Rückschlag.
Nachdem Ueckermündes Vereinschef Guido Pietzke im Jahr 2010 plötzlich und unerwartet starb, nahmen die Basketballer um Guido Winter und Falko Ramm die Organisation in die Hand. Obwohl sie inzwischen weg vom offiziellen Spielbetrieb waren, machten sich die Ueckermünder in der Basketball-Landschaft von Mecklenburg-Vorpommern einen Namen. Zahlreiche Turniere und Minicups waren der Beweis. Diese Entwicklung beobachtete auch der Präsident des Landesbasketballverbandes: Daniel Havlitschek lernte Winter und Ramm auf dem Basketballplatz kennen, seit 2017 ist Ueckermünde seine Heimat und der SV Einheit sein Verein.
Gemeinsam gingen die Verantwortlichen an die Schulen und schafften es, wieder zahlreiche Kinder für den Sport zu begeistern. Zudem brachten die „Alten“ um Falko Ramm und Remo Honerjäger ihre Söhne mit zum Training, die wiederum Kumpel von einem Beitritt überzeugten. „So kam wieder Schwung rein“, erinnert sich Winter. Dieser Schwung mündete 2019 in der Rückkehr in den Ligabetrieb. Bei ihrem letzten Heimspiel vor der Zwangspause verfolgten mehr als 100 Zuschauer das Spiel der „BallRox“ – ein Rekord für die Abteilung. „Das schaffen ja noch nicht mal die Fußballer“, meint Winter, der ein ansteigendes Basketball-Interesse in der Region durchaus bestätigen kann, aber zur Vorsicht rät: „Wer weiß, wie das ist, wenn es wieder losgeht.“ Er weiß, wie schnell ein Hype vorbei sein kann.
Basketball spielen ist seit Monaten kaum bis gar nicht möglich. Guido Winter schätzt, dass der Hallensport der letzte sein wird, der wieder erlaubt sein wird. Fit hält er sich derzeit vor allem auf seinem Indoor-Fahrrad, fast 700 Kilometer hat er darauf bereits zurückgelegt. „Es ist nicht dasselbe, wie in der Halle zu spielen, aber besser als nichts“, sagt er.  Für das Foto im Nordkurier nimmt Guido Winter zum ersten Mal im Jahr 2021 einen Basketball in die Hand. „Die Luft ist raus“, sagt er – was sowohl für den Ball als auch für die inzwischen abgebrochene Basketball-Saison gelten dürfte. Im Frühling möchte er nach langer Zeit mal wieder ein paar Körbe werfen gehen. Für den ersten Liga-Sieg seit 13 Jahren dürfte schließlich etwas Training vonnöten sein.

 
 
Dienstag, 23 Februar 2021 13:24

Volleyball-Saison abgesagt

geschrieben von

NORDKURIER – HAFF-ZEITUNG – DIENSTAG, 23. FEBRUAR 2021

VOLLEYBALL

Die Vorsaison musste bereits abgebrochen werden, nun folgt der nächste pandemiebedingte Tiefschlag. Wettkämpfe im Nachwuchsbereich wurden nicht abgesagt.

Ueckermünde/Ferdinandshof. Der Volleyballverband Mecklenburg-Vorpommern hat die aktuelle Saison 2020/21 mit sofortiger Wirkung und ohne Wertung abgebrochen. Auf- und Abstiege wird es nicht geben. Demnach endet die Spielzeit auch für die Mannschaften des SV Einheit Ueckermünde – die Frauen sind in der Verbandsliga aktiv, die Männer in der Landesliga Ost. Noch nicht offiziell abgesagt sind unterdessen die Nachwuchswettkämpfe im Land, wie Jugendwart Frank Wehnert auf Nordkurier-Nachfrage bestätigte. Dem Vernehmen nach könnten die Junioren noch vor dem Sommer für Spiele und Turniere in die Halle zurückkehren. Wann es losgehen kann, ist aber noch unklar. Neben den Ueckermündern stellt auch der SV Grün-Weiß Ferdinandshof Nachwuchsteams der Mädchen auf Landesebene.
Einer Umfrage zufolge, die der Landesspielausschuss des Volleyballverbandes MV zuletzt unter seinen Vereinen startete, machten sich 73 Prozent für eine Fortsetzung der Saison nach dem Lockdown stark. Über 60 Prozent wären dem Ergebnis zufolge sogar bereit dazu gewesen, ohne Wertung zu spielen. Nichtsdestotrotz entschied sich der Spielausschuss am Ende für den Saisonabbruch. Zu diesem Ergebnis sei man gemeinsam mit dem Vorstand des Verbandes „nach reichlicher Überlegung, Diskussion und Abwägung der Fakten“ gekommen.
Detlef Rühl, Trainer der Frauen-Mannschaft des SV Einheit Ueckermünde, kann den Saisonabbruch nachvollziehen. „Die Zeit ist uns ganz einfach davongelaufen“, sagt er. Seiner Meinung nach wäre die Belastung mit dieser schieren Menge an Nachholpartien bis zum Sommer zu hoch gewesen. „Das ist natürlich schade, aber eben nicht zu ändern.“ An ihrem ersten und nunmehr einzigen Spieltag der Verbandsliga-Saison gelangen der Frauen-Mannschaft des SV Einheit Ueckermünde zwei Siege in zwei Partien. Gemeinsam mit seinen Spielerinnen will sich Detlef Rühl nun auf den Sommer konzentrieren.
Mit großer Sorge blickt er hingegen auf den Nachwuchs. „Nach so langer Zeit ohne Volleyball schauen sich die Jugendlichen nach anderen Möglichkeiten um. Auch wir hatten leider schon ein paar Abmeldungen zu verzeichnen.“ Ähnliches berichtet auch Martina Krüger, Vereinsverantwortliche in Ferdinandshof. „Der weitere Saisonverlauf ist ungewiss, wie viele Mädchen nach dem Lockdown noch dabei sind, leider auch.“ Dass die Junioren noch vor dem Sommer wieder spielen könnten, kann sich Detlef Rühl durchaus vorstellen. „Dazu müssten aber natürlich die Hallen rechtzeitig öffnen, damit wir wieder trainieren können.“
Etwas Hoffnung auf vorsommerlichen Volleyball besteht auch noch im Erwachsenenbereich. Hierzu prüfe man bereits verschiedene Angebote und Szenarien, heißt es vom Verband. „Sollte ein Spielen im April doch noch möglich sein, werden wir den VMV-Pokal anbieten.“ Zudem werde geprüft, ob und wie eine zusätzliche Saison im Sommer auch teilweise außerhalb der Halle möglich sei. Ein Beispiel wäre laut Landesspielwart Klaus Bietz das Spielen im Ligensystem als Quattro (vier Spieler) auf Rasen und Sand. Ein solches Angebot würden wohl auch die Mannschaften aus Ueckermünde annehmen, wenngleich Trainer Rühl den Hallenvolleyball nur ungern mit der Strand-Variante verglichen haben will. „Da besteht ein großer Unterschied“, sagt er. „Draußen wird mit weniger Spielern gespielt, weshalb der Sport hier weitaus intensiver ist.“

UECKERMÜNDER STADTREPORTER – AUSGABE 02/2021 – FREITAG, 19. FEBRUAR 2021

ALLGEMEIN/LEICHTATHLETIK

Ueckermünde. Der SV Einheit Ueckermünde feierte im Jahr 2019 seinen 70 Geburtstag. Der Verein wurde am 15.03.1949 auf Initiative der FDJ und des FDGB als Betriebssportgemeinschaften (BSG) gebildet. Die Abteilung Leichtathletik wurde 1957 von Helga und Walter Gladrow mit 20 Sportfreunden gegründet. Bereits 1961 feierte die Abteilung erste Erfolge bei den Deutschen Meisterschaften und 1971 entstand der Trainingsstützpunkt Ueckermünde. Im Jahr 1993 fand bereits der 10. Ueckermünder Haffmarathon mit insgesamt 109 Läufern statt, 2019 liegt der Rekord bei 370 Teilnehmern. Heute gehören der Abteilung Leichtathletik unter der Leitung von Frank Greiner-Mai insgesamt 62 Mitglieder an, davon 32 Kinder.

Günter Schwarz

Günter Schwarz war zuletzt Ehrenmitglied und gehörte seit 35 Jahren zum Verein. Zunächst war er Mitglied in der BSG Stahl Ueckermünde und dann im SV Einheit Ueckermünde e.V., Abteilung Leichtathletik. Zu seinen sportlichen Erfolgen gehören 21 Teilnahmen an den Rennsteigläufen, 20 Harzgebirgsläufe, Marathonläufe in Berlin und Wroslaw (Breslau) und zahlreiche Erfolge beim Uecker-Randow-Laufcup. Neben der Teilnahme an zahlreichen Veranstaltungen, zählte er seit Jahrzehnten zum aktiven Organisationsteam, welches verschiedenste Lauf-Events organisiert. Günter Schwarz gehörte außerdem 1983 zu den Initiatoren des ersten Haffmarathons in Ueckermünde. Der SV Einheit Ueckermünde e.V. trauert um sein langjähriges Vereinsmitglied Günter Schwarz, der am 28.01.2021 nach langer Krankheit im Alter vom 82 Jahren verstorben ist.

Mittwoch, 17 Februar 2021 19:03

Haffmarathon auf der Kippe

geschrieben von

NORDKURIER – SPORT-ZEITUNG – MITTWOCH, 17. FEBRUAR 2021

LEICHTATHLETIK

Die Laufveranstaltung mit der Landesmeisterschaft in Ueckermünde soll im März ausgetragen werden. 

Ueckermünde. Werden auch in diesem Jahr keine Marathon-Meister in Mecklenburg-Vorpommern gekürt? Es könnte gut sein, denn der Haffmarathon, in dessen Rahmen die MV-Meister über 42,2 Kilometer ermittelt werden und der am 27. März in Ueckermünde geplant ist, steht wegen der Coronakrise auf der Kippe.
Rennleiter Frank Greiner-Mai vom SV Einheit Ueckermünde hat sich eine Frist bis zum 15. März gesetzt; dann soll entschieden werden, ob die Veranstaltung wie schon im Vorjahr abgesagt wird. „Derzeit sieht es leider nicht so aus, als wenn etwas möglich ist. Es wäre sehr schade, wenn der Haffmarathon wieder ausfallen würde“, sagt Greiner-Mai. Unabhängig davon laufen aber bereits die ersten Vorbereitungen für den Haffmarathon. „Unterlagen, um zum Beispiel die Genehmigung für den Lauf und für Straßensperrungen zu erhalten, haben wir beim Landkreis eingereicht“, sagt der Organisationschef. In der Haffstadt hoffen die Marathon-Macher aber, dass sich die Infektionszahlen in den nächsten Wochen so entwickeln werden, dass Sportveranstaltungen im Freien möglich sind.
Greiner-Mai hat auch schon Alternativen entworfen, wenn der Lauf dann unter bestimmten Voraussetzungen wie zum Beispiel einer festgelegten Teilnehmerzahl stattfinden darf. „Wir würden dann auf die Kinderläufe über zwei und fünf Kilometer verzichten und nur den Halbmarathon und den Marathon austragen“, sagt er. Bei diesen beiden Strecken würde man vielleicht auf 200 Läufer kommen.
Der Ueckermünder Marathon-Macher, der im Verein auch einige Kinder trainiert, kritisiert in dem Zusammenhang den allgemeinen Umgang der Politik mit dem Breitensport. „Da scheint es überhaupt kein Interesse zu geben, dass der wieder läuft. Niemand fragt mal, wie man das vielleicht doch machen könnte. Eltern sagen mir, dass die Kinder unbedingt wieder raus müssen zum Sport.“

Dienstag, 09 Februar 2021 09:29

Voreilig oder vernünftig? Basketball-Saison abgebrochen

geschrieben von

NORDKURIER – HAFF-ZEITUNG – DIENSTAG, 09. FEBRUAR 2021

BASKETBALL

Der Basketballverband in Mecklenburg-Vorpommern hat die Saison 2020/21 ersatzlos gestrichen. Damit ist die Spielzeit in der Oberliga für die Teams aus Ueckermünde und Neubrandenburg noch vor dem ersten Spieltag beendet. Eine überstürzte Entscheidung?

Daniel Havlitschek, Basketball-Verbandspräsident und Trainer in Ueckermünde. Foto: ZVG
Daniel Havlitschek,
Basketball-Verbandspräsident und
Trainer in Ueckermünde. Foto: ZVG

Vorpommern/Seenplatte. Mit einer drastischen Entscheidung überraschte der Basketballverband Mecklenburg-Vorpommern: Während die meisten Sportverbände des Landes noch auf sinkende Corona-Zahlen, Lockerungen im Amateursport und einen Restart im Frühjahr hoffen, zogen die Basketballer schon jetzt die Reißleine und erklärten die laufende Spielzeit mit sofortiger Wirkung für beendet. „Die Saison 2020/21 wird ersatzlos gestrichen und nach jetzigem Stand auch nicht nachgeholt“, machte Basketball-Verbandspräsident Daniel Havlitschek auf Nachfrage deutlich.
54 Mannschaften in Mecklenburg-Vorpommern, die in zwölf Ligen und zwei Landespokalen gemeldet waren, müssen sich somit nach einem Basketballfreien Winter auch auf ein Frühjahr ohne Korbjagd einstellen. Mit den Ost-Oberligisten SV Einheit Ueckermünde und SV Turbine Neubrandenburg sind auch zwei Teams aus unserer Region betroffen. Für die beiden Mannschaften ist die Spielzeit beendet, noch bevor sie ein einziges Ligaspiel absolvieren konnten.
Verbandspräsident Havlitschek, der auch die Ueckermünder „BallRox“-Truppe in der Oberliga trainiert, versicherte, den Saisonabbruch im Präsidium keineswegs unüberlegt oder voreilig beschlossen zu haben. „Wir haben es uns mit dieser Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht“, sagte er dem Nordkurier. So sei über verschiedene Möglichkeiten für eine Fortsetzung des Spielbetriebs ausführlich diskutiert worden. Wie Havlitschek verriet, stand dabei besonders ein Alternativplan im Zentrum der Debatte: eine verkürzte Saison ohne Play-Offs zwischen Ostern und den Sommerferien. Zu viele Unsicherheiten hätten bei der Analyse aber überwogen und letztlich zum Saisonabbruch geführt. Den Mitgliedern und Vereinen wollte man nicht die Planung einer dritten Saison in Folge mit großem Fragezeichen zumuten. Insgesamt hätten lediglich neun Wochenenden zum Spielen zur Verfügung gestanden. „Die Situation hätte praktisch an jedem Wochenende Spiele jeder Spielklasse erfordert“, so Havlitschek. Dieser verdichtete Spielbetrieb wäre ihm zufolge für viele Vereine und auch für die Schiedsrichter organisatorisch kaum zu stemmen gewesen und hätte vor allem für die Elternhäuser vieler Jugendspieler eine enorme Belastung dargestellt. Stattdessen will der Verband auf langfristige Planungssicherheit setzen. „Natürlich“, fügte Daniel Havlitschek an, „sind wir genauso enttäuscht wie wohl alle Sportler im Land, doch die Sicherheit aller Teilnehmer geht vor.“
Die Hoffnung, bis zum Sommer doch wieder Basketball erleben zu können, bleibt dennoch bestehen. „Wir befinden uns in der Planungsphase für ein potenzielles Spielangebot für alle Altersklassen.“ Bei der Planung sollen die Vereine frühestmöglich mit einbezogen werden. Sofern es die Infektionslage zulasse, wären frühestens ab Ostern auch Freundschaftsspiele eine Option. „Dies könnte ein Startschuss für eine verhältnismäßig „normale“ Saison 2021/22 werden“, sagte Havlitschek.
Ursprünglich war geplant, den Spielbetrieb in den Basketball-Ligen ab dem 27. Februar wieder aufzunehmen. Dieser Zeitplan ließe sich nach der Auffassung des Basketballverbandes in der derzeitigen Situation allerdings nicht umsetzen. Der eigentlich bereits im Oktober 2020 geplante Saisonbeginn musste seinerzeit abgeblasen werden, wie auch die folgenden Partien. Einen Vergleich haben zumindest die Neubrandenburger Korbjäger in dieser Saison bestritten: Im MV-Pokal-Wettbewerb setzte es am 18. Oktober gegen die „Erste“ der SG Greifswald eine 48:56-Niederlage.

 
 
 
 
Dienstag, 02 Februar 2021 02:58

So halten sich unsere Sportler fit

geschrieben von

NORDKURIER – HAFF-ZEITUNG – DIENSTAG, 02. FEBRUAR 2021

BASKETBALL

Vorpommern/Seenplatte. Keine Frage: Das nervt! Kein Training zusammen mit den Sportkumpels und -kumpelinen. Von Mannschafts-Spielen oder Wettkämpfen kann erst recht noch keine Rede sein. Die Sportplätze sind abgesperrt, die Turnhallen dichtgemacht. Der Corona-Lockdown 2.0 erweist sich als eine harte Geduldsprobe auch für kleine und große Leute, denen das Sporttreiben eigentlich eine kollektive Angelegenheit ist. Seit drei Monaten geht das nun schon wieder so.
Den Kopf in den Sand stecken? Vor dem Computer versacken? Die Glotze auf Dauerbetrieb? – Nicht für diese Mecklenburg-Vorpommern! Die Hobbysportler finden, wie eine Nordkurier-Umfrage ergeben hat, auch unter Beachtung der aktuellen Hygieneregeln Möglichkeiten, sich fit zu halten und ihrem Bewegungsdrang nachzugeben. Laufen wenn die Kinder schlafen, Solo-Nummern auf dem Freiplatz, Rad auf Rolle, Alleinläufe bei Dreckswetter, Kraftsport im Keller, Heavy-Metal-Jogging – nur einige Beispiele. Sie sind vorbereitet, wenn es wieder losgeht.
 
Alleine auf dem Freiplatz
Paul Brüsch, Basketballer beim SV Einheit Ueckermünde „BallRox“
„Ich gehe dreimal in der Woche Laufen und mache auch dreimal Ganzkörper-Kraftsporttraining. Außerdem gehe ich, wann immer das Wetter es zulässt, allein auf einen Freiplatz in unserer Region und arbeite an meiner Technik. So versuche ich bestmöglich vorbereitet zu sein, wann immer es auch weitergeht.“ 
Acht Kilometer in der Woche
Nele Schröder, Nachwuchs-Volleyballerin beim SV Grün-Weiß Ferdinandshof
„Seit einigen Jahren trainiere ich mit viel Freude Volleyball beim SV Grün-Weiß Ferdinandshof 47 und bin dort in der U16 aktiv. Während der Pandemie ist Volleyballtraining leider nicht erlaubt. Daher halte ich mich mit Jogging fit. Zweimal in der Woche laufe ich eine Vier-Kilometer-Runde in Ueckermünde. Hoffentlich ist bald ein Ende der Corona-Pandemie in Sicht und wir können unseren Sport wieder miteinander ausüben.“
 
Heavy-Metal-Musik gibt den Takt vor
Tommy Otting, Judoka beim JC Vier Tore Neubrandenburg
„Beim JC Vier Tore Neubrandenburg bin ich Judoka und Übungsleiter. Echter Kampfsport mit Anfassen ist ja jetzt nicht erlaubt, deshalb halte ich mich – wie meine Vereinskollegen – mit Laufen fit. Heavy-Metal-Musik gibt mir dabei den Takt vor.“
 
Gewichte stemmen für die Meisterschaft
Elia Heydrich, Ringer beim SAV Torgelow
„Ich halte mich mit athletischen Übungen fit und das jeden Tag. Darunter sind zum Beispiel Klimmzüge, das Arbeiten mit Gewichten und Liegestützhalten (Plank). Unser Verein richtet dieses Jahr eine Deutsche Meisterschaft aus – wenn alles klappt im Oktober. Ich werde dort starten und versuchen, eine Medaille zu gewinnen.“
 
Auch im Winter keine Pause
Remo Hasenjäger, Radsportler aus Anklam
„Ich bin seit vielen Jahren ein begeisterter Radsportler. Die Zeit im Lockdown ist für viele Sportler nicht einfach. Im Winter gehe ich sehr gern ins Fitnessstudio, um Muskelgruppen zu trainieren, die man auf dem Rad vernachlässigt. Das fällt zurzeit leider weg. Mein Training absolviere ich deshalb zu Hause auf einem Rollentrainer. Je nach Wetter fahre ich aber auch draußen. Pausen gibt es auch im Winter nicht.“ Geteiltes Leid ist halbes Leid
Roy Gerling, Volleyballer beim SV Grün-Weiß Ferdinandshof und SVV Drögeheide
„Ich bin seit 2010 Vereinsmitglied beim SV Grün-Weiß Ferdinandshof und zusätzlich in der Pommernliga beim SVV Drögeheide aktiv. Zweimal die Woche trainiere ich mit meinem Bruder Nick im eigenen Sportraum, um uns auch während Corona und der damit verbundenen Schließung des Sportbetriebes bei „Grün-Weiß“ mit Kraft- und Ausdauersport fit zu halten.“
 
Schnee und Kälte? Kein Problem für dieses Lauf-Duo
Markus und Moritz Junk, Fußballer beim SV Sturmvogel Völschow
„Mein Name ist Marcus Junk, ich bin Torhüter beim SV Sturmvogel Völschow. In der spielfreien Zeit halte ich mich gemeinsam mit meinem Sohn Moritz, der in der E-Jugend aktiv ist, bei regelmäßigem Lauftraining fit. Schnee und Kälte hindern uns daran natürlich nicht.“
 
Am Sandsack im Kinderzimmer 
Andreas Max, Boxer bei Aufbau Altentreptow
„Ich heiße Andreas Max, zehn Jahre alt und Boxer bei Aufbau Altentreptow. Täglich trainiere ich in meinem Kinderzimmer am Sandsack, den mir der Verein für diese Zeit zur Verfügung stellt. Nach den Schulaufgaben ist das ein guter Ausgleich, und ich bleibe fit.“
 
Laufen, wenn die Kinder schlafen
Thomas Gaedtke, Fußballer des SV Görmin
„Mein Name ist Thomas Gaedtke, ich bin Landesliga-Fußballer des SV Görmin. Mich in dieser Phase zu motivieren, fällt mir nicht sonderlich schwer, da ich mich bereits in der Vergangenheit während der Spielpausen selbstständig fit gehalten habe. Aktuell versuche ich, viermal in der Woche zu trainieren. Dabei variiere ich zwischen Laufeinheiten oder Krafttraining. Mitunter werden es auch fünf Einheiten, manchmal auch nur drei, was mir aber bei zwei kleinen Töchtern zu Hause auch nicht so wichtig ist. Trotzdem versuche ich, sehr viel um meine Trainingseinheiten zu machen, um anschließend auch für meine Mannschaft alles geben zu können. Das heißt dann aber wiederum Kraftsport morgens um 5.30 Uhr vor der Arbeit oder laufen am Abend, wenn die Kinder schlafen.“

 
Dienstag, 02 Februar 2021 02:50

Basketball-Saison in MV abgebrochen

geschrieben von

NORDKURIER – SPORT-KURIER – DIENSTAG, 02. FEBRUAR 2021

BASKETBALL

Das ist ein Rückschlag für die Basketballer in MV: Liga-und Pokalspiele wurden komplett abgesagt.

Neubrandenburg/Rostock/Ueckermünde. Das Jahr fängt für die Basketballer in MV mit einem pandemiebedingten Tiefschlag an. Aufgrund des Lockdowns, der mindestens bis zum 14. Februar andauert, hat der Basketballverband MV die aktuelle Saison abgebrochen. „Ich verstehe jeden, der nun sehr enttäuscht ist. Ich bin es auch! Doch die Gegebenheiten lassen leider keine andere vernünftige Entscheidung zu”, sagt Verbandspräsident Daniel Havlitschek.
54 Mannschaften, die in zwölf Ligen und zwei Landespokalen gemeldet waren, müssen in diesem Winter ohne Basketball auskommen. Nachdem im Herbst im Zuge der Corona-Beschränkungen auch Mannschaftssport untersagt worden war, konnten manche von ihnen den Liga-Betrieb noch nicht einmal starten, andere hatten lediglich einen Spieltag absolviert. „Ursprünglich wollten wir zwischen den Oster- und Sommerferien nochmals einen Versuch wagen, solange die Politik dies zugelassen hätte. Jedoch wäre die Belastung für alle Beteiligten in diesem engen Zeitfenster von nur neun Spiel-Wochenenden nicht zumutbar gewesen“, so Havlitschek.
Etwas Hoffnung besteht dennoch, sagt Havlitschek: „Wir wollen nun den Kontakt zu allen Vereinen suchen und zusammen ein alternatives Spielangebot im Frühjahr oder Sommer auf die Beine stellen. Denn nur gemeinsam kommen wir aus dieser Krise“. Sofern die Landesregierung wieder grünes Licht für Mannschaftssport gibt, wären Freundschaftsspiele oder Turniere möglich, die mit den Vereinen besprochen wird.

 
Samstag, 30 Januar 2021 02:39

Die Hoffnung stirbt zuletzt

geschrieben von

NORDKURIER – HAFF-ZEITUNG – SAMSTAG, 30. JANUAR 2021

ALLGEMEIN

Das Sportjahr 2020 war ein denkwürdiges für die Region. Leider anders als gedacht. Im Herbst wirbelte das Coronavirus schonungslos über die Sportplätze, brachte Spielpläne durcheinander und sorgte für bemerkenswerte Ereignisse. Darunter eine  ungewöhnliche Pokalübergabe, das vorübergehende Ende der Trillerpfeife, eine Geldstrafe zum Wohle der Gesundheit und ein ehemaliger Bundesliga-Profi beim Corona-Test. Ein Rückblick der Monate Oktober bis Dezember.

Uecker-Randow. Beinahe ein halbes Jahr lang konnten sie kein einziges Spiel mehr absolvieren. Mitte Oktober ist es dann endlich soweit: Die Handball-Männer des HSV Greif starten in ihre Bezirksliga-Saison. Das Ergebnis ist seinerzeit zweitrangig. „Die Jungs haben einfach Bock zu spielen“, freut sich Coach Ronny Thom auf den Saisonstart. Die Freude sollte allerdings nicht lange währen.
1. bis 10. Oktober: Die Kogge kommt nicht nach Penkun
Als erster Lauf im Rahmen der Uecker-Randow-Crossserie findet Anfang Oktober der Ueckermünder Herbstcross statt. Zwar nicht wie gewohnt im Ortsteil Bellin, dafür am Waldstadion. Immerhin 118 Sportler beteiligen sich.
In der Regel herrscht bei Amateur-Fußballern in M-V große Freude, wenn sie im Landespokal gegen den großen FC Hansa Rostock antreten dürfen – und dann auch noch als Gastgeber! Für den Penkuner SV Rot-Weiß gilt das in Corona-Zeiten nicht. Aufgrund der strengen Hygieneregeln ist lange unklar, wo und wann das Spiel des Jahres stattfinden wird. Anfang Oktober teilen die Penkuner dann mit, dass die Partie nach Rostock verlegt wird. Anstoß ist an einem Freitagnachmittag. Eine begrenzte Anzahl Zuschauer ist zwar zugelassen, doch alle Werktätigen lassen grüßen.
In einem packenden Tischtennis-Derby trennen sich die Teams aus Ferdinandshof und Penkun mit einem 9:9-Unentschieden voneinander. Für den SV Grün-Weiß setzt sich damit eine bemerkenswerte Serie in der Landesliga fort. Alle vier bisherigen Partien endeten für „Ferdi“ mit dem gleichen Ergebnis.
Zu ersten Spielabsagen nach langer Zeit im „Normalmodus“ sorgt das Coronavirus Anfang Oktober in der Kreisliga. Sowohl das Duell zwischen Eintracht Krackow und dem Vierecker SV als auch eine Begegnung des SV Blankensee müssen abgesetzt werden.
Noch gänzlich unbeeindruckt von der zweiten Coronawelle zeigt sich die U14-Mannschaft des SAV Torgelow und gewinnt die Landesmeisterschaft der Vereine im Schach. Zwei Goldmedaillen gibt es für den SAV auch im Schnellschach-Einzel.
11. bis 18. Oktober: Laufserie verkommt zum Zweiteiler
Exakt 231 Tage sind seit dem letzten Heimspiel vergangen. Die Freude auf das erste Heimspiel der Saison ist beim HSV Greif Torgelow groß. Wegen eines Quarantäne-Falls im Teamumfeld muss das Spiel gegen Altentreptow aber kurzfristig abgesagt werden. Ärgerlich ist aber vor allem, was die Handballer da noch nicht wissen: Im Jahr 2020 wird kein einziges Spiel mehr stattfinden. Auch die Frauen der Greifen sagen erst ihre Partie in Pasewalk und dann alle weiteren ab. Der erste Heimspieltag der Volleyball-Männer des SV Einheit Ueckermünde wird ebenfalls kurzfristig abgesagt. Als Grund wird ein Corona-Verdachtsfall im Umfeld der Gäste aus Greifswald angegeben.
Die Auslosung des Achtelfinales im Fußball-Landespokal beschert dem Torgelower FC Greif derweil ein „Hammerlos“. Mit der TSG Neustrelitz erwischen die Greifen einen der härtesten Gegner aus dem Lostopf. Das Duell soll im November stattfinden. Bis heute warten die Greifen jedoch auf den Anpfiff. Unterdessen scheiden gleich fünf Teams aus der Region im Achtelfinale des Kreispokals aus. Lediglich der FRV Plöwen und Grün-Weiß Nadrensee erreichen die nächste Runde, wobei letztere Mannschaft leichtes Spiel hat: Gegner Fichte Greifswald tritt nicht an.
Als einer von fünf Läufen der Uecker-Randow-Crossserie soll der Eggesiner Herbstcross ausgetragen werden. Wegen des Coronavirus werden jedoch im Vorfeld der Anklamer Herbstcross, der Torgelower Crosslauf und auch der Jatznicker Waldlauf abgesagt. Somit ist die beliebte Cross-Serie schon nach dem zweiten Rennen in Eggesin beendet. Beinahe müssen die Veranstalter aber auch noch auf diesen Lauf verzichten: Bis kurz vor dem Start regnet es, dann zeigt sich endlich die Sonne.
18. bis 24. Oktober: Die Saison steht auf der Kippe, der Pokal kommt per Post
Mit einem Pokalspiel  in Rostock wollen die Ueckermünder Korbjäger in die Saison starten. Doch der Auftakt muss abgeblasen werden: Einige Rostocker befinden sich in Quarantäne. Auch der Ligastart eine Woche später fällt aus, weil es diesmal einen Coronafall im Vereinsumfeld der Ueckermünder gibt. „Die Gesundheit aller Aktiven und Angehörigen hat oberste Priorität“, sagt Ballrox-Trainer Daniel Havlitschek.
Das Spitzenspiel der Fußball-Kreisliga zwischen Spitzenreiter Einheit Strasburg und dem Tabellenvierten aus Loitz kann nicht stattfinden, weil sich fünf Strasburger in Quarantäne befinden. Auch Spiele des VfB Pommern Löcknitz, des Torgelower FC Greif II sowie des SV Rollwitz fallen aus. Es scheint fraglicher denn je, ob das Spieljahr regulär beendet werden kann.
Inzwischen stellen nicht nur die steigenden Corona-Fallzahlen in der Uecker-Randow-Region ein Problem dar, sondern auch die Einstufung Polens als Risikogebiet. Wegen der strengen Quarantäne-Verordnung können unter anderem Kreisoberliga-Spiele des SV Preußen Bergholz und des SV Grün-Weiß Nadrensee nicht mehr stattfinden, weil sich beide Mannschaften zu einem großen Teil aus polnischen Spielern zusammensetzen.
Die Verantwortlichen der Uckermark-Eishockey-Liga, in der auch die Ueckermünder Lions spielen, sagen die Saison noch vor dem ersten Spiel komplett ab. Der Landesfußballverband und der Fußballverband Vorpommern-Greifswald erklären ihre Hallensaison vorzeitig für beendet. Der Heimspieltag der Volleyball-Frauen des SV Einheit Ueckermünde muss wegen eines Coronafalls im erweiterten Mannschaftsumfeld kurzfristig abgesagt werden.
25. bis 28. Oktober: Signalton statt Trillerpfeife
Neben zahlreichen Ausfällen gibt es Ende Oktober aber vereinzelt auch noch sportliche Erfolge zu verzeichnen. Großer Jubel herrscht bei den U14-Volleyballerinnen des SV Grün-Weiß Ferdinandshof, die in Greifswald den Pokal der Volleyball-Jugend M-V gewinnen. Die Trophäe erhalten die Siegerinnen allerdings nicht wie gewohnt vor Ort, sondern auf dem Postweg: Titelverteidiger Schwerin hatte seine Teilnahme im Vorfeld abgesagt, den Pokal allerdings nicht rechtzeitig nach Greifswald gebracht.
Während die Handballerinnen aus Torgelow weiter pausieren müssen, klettern die Frauen des Pasewalker HV in der Bezirksliga auf den zweiten Tabellenplatz. Die Mannschaft ist dabei personell geschwächt, weshalb sogar Trainerin Antje Hübener ran muss. In wichtigen Spielphasen markiert sie drei Treffer.
Bei ihrem Heimturnier im Springreiten überragen die Reiter vom RSV Polzow. Eine Besonderheit trägt sich im Zwei-Sterne-Springen der Klasse M zu: Der Polzower Ulf Ebel gewinnt die Disziplin vor seiner Ehefrau Anna Ebel-Jürgens, die mit den Pferden Charletta, Corsicana und Diarano den zweiten, dritten und auch den vierten Platz belegt.
29. bis 31. Oktober: Das Spiel des Jahres kommt zum Schluss
Nachdem das Virus die Austragung der Deutschen Jugend-Meisterschaften im Schach zu Pfingsten noch verhindert hatte, kann der Ersatztermin in Hessen Ende Oktober gerade noch so über die Bühne gebracht werden. Dem Torgelower Talent Jakob Herrmann gelingt dabei Historisches: Der Zehnjährige wird Fünfter. Noch nie gab es eine bessere Platzierung für einen Denksportler des SAV bei diesem bundesweiten Wettkampf.
Bei einem Jugendliga-Turnier im Ringen nehmen kurz vor der Corona-Unterbrechung 100 Athleten an einem Wettkampf in der Torgelower Volkssporthalle teil. In der Halle sind die Vereine praktisch unter sich. Ungewöhnlich auch: Die Kampfrichter verzichten angesichts der Aerosolbildung auf die Trillerpfeife. Stattdessen wir ein Signalton per Hand ausgelöst.
Nun ist es gewiss: Wegen ansteigender Fallzahlen ruht der Amateursport auf Kreisebene mindestens für einen Monat. Der Landkreis hat den Grenzwert von 50 Infizierten pro 100 000 Einwohnern überschritten. Auch der Landessportbund schließt sich an.
Zu einem letzten Spieltag vor der Unterbrechung soll es aber noch im Landesfußball kommen. Während der Pasewalker FV die Tabellenspitze der Landesklasse erklimmt, steht der FSV Einheit Ueckermünde in der Verbandsliga vor einem Heimspiel gegen Boizenburg. Weil Vorpommern-Greifswald zum Corona-Risikogebiet erklärt wird, wollen die Gäste aber nicht nach Ueckermünde kommen und bitten um Verlegung der Partie. Der FSV stimmt zu, die Sache scheint geritzt. Der Verband besteht jedoch auf einer Durchführung des Spiel. Die Folge: Aufbau Boizenburg tritt nicht an und muss mit einer Verbandsstrafe rechnen.
Knapp 300 Fans begleiten die Fußballer aus Penkun zu ihrem (letzten) Spiel des Jahres in Rostock. In der dritten Runde des Landespokals verliert die Elf zwar mit 0:9 gegen den FC Hansa, dafür nimmt sie jede Menge schöner Erinnerungen mit nach Hause. Ein Beispiel: Zum Corona Test im Ostseestadion wird die Penkuner Mannschaft zur Freude der Kicker von Ex-Bundesliga Profi und Hansa-Sportvorstand Martin Pieckenhagen empfangen. Auch ein gemeinsames Mannschaftsfoto auf dem Rasen im Ostseestadion springt für die Penkuner raus.
1. November bis 31. Dezember: Was bleibt, ist die Hoffnung
Seit Anfang November ruht der Amateursport auf allen Ebenen. Keine Wettkämpfe mehr, keine Übungseinheiten. Die Sportler halten sich individuell fit. Hier und da hofft man, vor Weihnachten zumindest wieder mit dem Training beginnen zu können. Doch der Optimismus verfliegt schnell. Die Corona-Zahlen steigen an, der Landkreis gilt als rote Zone. Mögliche Restarts werden immer weiter nach hinten verschoben. Ende November informieren auch die letzten Sportverbände darüber, dass es in diesem Jahr keinen Sport mehr geben kann. Die Region hofft auf ein besseres Sportjahr 2021, eine Rückkehr zur Normalität. Um es mit den Worten der Fußballer vom SV Pommern Pasewalk auszudrücken, die wie so viele Vereine auf ihr traditionelles Hallenturnier verzichten mussten: „Wir hoffen, uns bei bester Gesundheit im nächsten Jahr zu sehen.“

 
Samstag, 23 Januar 2021 02:33

Der Sport kehrt zurück – doch lange bleibt er nicht

geschrieben von

NORDKURIER – HAFF-ZEITUNG – SAMSTAG, 23. JANUAR 2021

ALLGEMEIN

Das Sportjahr 2020 war ein denkwürdiges für die Region. Leider anders als gedacht. Corona hatte das Geschehen auf den Sportplätzen und in den Turnhallen fest im Griff. Ein sportlicher Jahresrückblick der Monate Juli bis September zeigt, wie der Amateursport in den warmen Monaten des Jahres 2020 vorsichtig zurückkehrte. Nach fast fünf Monaten ohne Fußball wurde wieder gegen den Ball getreten, nach einem halben Jahr wieder Handball gespielt. Die scheinbare Rückkehr zur Normalität sollte allerdings nicht lange währen.

Uecker-Randow. Endlich wieder Fußball. Nach fast fünf Monaten ohne den beliebten Ballsport kehren mit dem Pasewalker FV und dem FSV Einheit Ueckermünde im Juli die ersten Mannschaften der Uecker-Randow-Region auf den grünen Rasen zurück. Die Sportregion atmet auf. In den warmen Monaten scheint sich tatsächlich vieles zu normalisieren.
1. bis 31. Juli: Ein Nationalspieler in Pasewalk und das Ende einer Ära
Etwa 100 Fans lassen sich die Rückkehr des FSV Einheit nicht entgehen und verfolgen den Testkick mit dem TSV Friedland im Waldstadion. Ueckermünde meldet sich mit einem 3:1-Sieg standesgemäß zurück. Pasewalk gewinnt sein erstes Kräftemessen nach langer Corona-Pause derweil zu Hause gegen Anklam ebenfalls mit 3:1. Unter den Torschützen ist auch ein vielversprechender Neuzugang: Ogunlaye Anicet Monlade, der als Geflüchteter nach Deutschland gekommen ist und zuletzt in Hamburg spielte, kann auf Jugendländerspiele für sein Heimatland Benin zurückblicken.
Auch im Fußball-Kreispokal wird wieder gespielt. Als letzte Mannschaft aus der Uecker-Randow-Region scheidet der SV Blankensee erst im Halbfinale aus. Die Kreisligamannschaft entwickelt sich im Laufe des Wettbewerbs zum Überraschungsteam, muss sich am Ende aber dem SG Traktor Groß Kiesow geschlagen geben.
Nach vielen Jahren an der Seitenlinie ist Mario Hopp nicht mehr Trainer des Fußball-Landesligisten Penkuner SV Rot-Weiß. Dem Trainer soll die Rückendeckung seiner Spieler gefehlt haben, weshalb er sich mit dem Verein auf ein Ende seiner Ära verständigt. Der erst 27-jährige Kevin Franke übernimmt. Hopp bleibt dem Verein weiterhin als Nachwuchstrainer erhalten.
1. bis 21. August: Deutschland-Premiere bei den Ringern in Torgelow
Nachdem das Land auch Sportturniere für Kontaktsportarten unter bestimmten hygienischen Auflagen zulässt, kommt es in Torgelow zu einem ganz besonderen Wettkampf. In Absprache mit der Stadt richtet der SAV Torgelow das erste deutsche Ringer-Turnier seit der Corona-Pause aus. Bei bestem Wetter kämpfen Jungen und Mädchen im Heidebad um Medaillen bei den Kreisjugendsportspielen.
Im ersten Pflichtspiel nach knapp fünf Monaten setzt sich Fußball-Oberligist Torgelower FC Greif im Pokalspiel beim SV Waren 09 durch und steht somit im Halbfinale des Landespokals. Dabei ist Sportdirektor Peter Jandt mit einem mulmigen Gefühl in Richtung Müritzstadt gefahren: „Wir haben dort schon so einige Schlachten geschlagen, nicht immer mit einem positiven Ausgang für uns.“ Davon ist in der Hitzeschlacht von Waren nicht viel zu sehen. Die Mannschaft gewinnt souverän mit 4:0. Während der Wettbewerb noch läuft, beginnt kurz darauf bereits die erste Pokalrunde der neuen Saison.
Die Tennis-Männer vom TC Blau-Weiß Torgelow machen derweil den Wiederaufstieg in die Verbandsliga nach nur einem Jahr Abstinenz perfekt. Im entscheidenden Spiel gegen den TSV Friedland gewinnen die Torgelower mit 4:2. Tennis war in Mecklenburg-Vorpommern eine der ersten Sportarten, die den Spiel- und Wettkampfbetrieb während der Corona-Krise wieder aufgenommen hatte.
22. bis 31. August: Training in Dänemark und Hoffnungen auf den Nationalkader
Auf dem eigenen Reitplatz richtet der FRV Plöwen sein traditionelles Dressur- und Springturnier aus. Mehr als 450 Reiter melden sich für den Turnier-Marathon an, bei dem auch die Kreismeisterschaften ausgetragen werden. Die Veranstaltung wird unter Corona-Auflagen veranstaltet. Unter anderem dürfen sich nicht mehr als 500 Personen auf dem Reitplatz befinden.
Weil das Wettkampfgeschehen im Kampfsport noch nicht angelaufen ist, überbrücken die Vereine die turnierfreie Zeit mit unterschiedlichen Maßnahmen  – unter anderem mit Besuchen bei anderen Teams. Der SAV Torgelow nimmt eine Einladung der erfolgreichen Ringer aus Nyköbing in Dänemark an, um seinen Nachwuchsringern andere Trainingsformen vorzustellen.
Die 13-jährige Volleyballerin Hannah Beil vom SV Einheit Ueckermünde wird in die Landesauswahl berufen. Die junge Ueckermünderin, die bereits mit der Verbandsliga-Mannschaft der Frauen mittrainieren darf, kann sich nun sogar Hoffnungen auf die Nationalmannschaft machen.
1. bis 11. September: Kein Meistertitel trotz Bestweite und ein glücklicher Reiter
Anfang September kommt es in Brüssow zum ersten Laufwettkampf nach der Corona-Pause: Auch Leichtathleten aus der Uecker-Randow-Region folgen der Einladung nach Brandenburg. Besonders die Eggesiner sind dort erfolgreich, von sechs Pokalsiegen in den Kinderläufen gehen vier an die SVG Eggesin.
Unterdessen nimmt Sarah Kundschaft von der SVG an den Berliner Meisterschaften im Mehrkampf teil und lässt in der Kategorie Wurf die komplette Berliner Konkurrenz hinter sich. Weil sie aber als Nichtberlinerin außerhalb der Konkurrenz startet, darf sie sich am Ende nicht Meisterin nennen.
Nachdem das Landgestüt Redefin (Ludwigslust-Parchim) fünf Mal in Folge Austragungsort für die Landesmeisterschaft im Springreiten war, droht das wichtige Reitturnier diesmal ganz auszufallen. Kurzfristig erklärt sich der Pasewalker Pferdesportverein dazu bereit, seinen Kürassier-Reitplatz zur Verfügung zu stellen. Für eine Überraschung sorgt dabei ein Reiter vom RSV Rothenburg: Kaum einer hat Julian Sass vor dem Turnier auf dem Zettel, am Ende wird er Landesmeister. „Ich kann das noch gar nicht glauben. Ich bin hier hergefahren, weil ich dachte, dass ich es mal versuche, wenn die Meisterschaft schon so dicht vor meiner Tür stattfindet“, sagt er nach dem Turnier.
12. bis 17. September: Ueckermünde blamiert sich im Landespokal
Unter der Leitung des Bundesliga-Schiedsrichters Bastian Dankert blamiert sich der FSV Einheit Ueckermünde in der zweiten Runde des Landespokal. Beim Landesliga-Vertreter TSV Stralsund verliert der höherklassige Verbandsligist mit 1:3 und scheidet aus. Ueckermündes Co-Trainer Enrico Beck spricht nach Abpfiff von einem „unwürdigen Auftritt“.
Unter kuriosen Umständen zieht unterdessen der Penkuner SV Rot-Weiß in die nächste Runde ein. Es läuft die letzte Minute im Landespokalspiel gegen den VfL Bergen, als Torhüter Tino Ciesla gerade so eine Großchance der Gäste vereitelt und seiner Mannschaft somit das Weiterkommen sichert. Der gefeierte „Teufelskerl“ ist eigentlich Feldspieler, vertritt seinerzeit lediglich den verletzten Stammkeeper zwischen den Pfosten. Als Gegner in der dritten Runde bekommen die Penkuner den FC Hansa Rostock zugelost. Was unter normalen Bedingungen ein Fußballfest verspräche, stellt den Verein in Anbetracht der Krise vor einen Riesenaufwand. „Ich weiß gar nicht, ob ich mich freuen soll“, teilt Coach Franke wenige Minuten nach der Auslosung mit.
Nach den Fußballern starten auch die Tischtennis-Teams der Region sowie die Volleyballer in ihre Saisons. Weil die Volleyball-Männer des SV Einheit Ueckermünde über Monate überhaupt nicht in der Halle trainieren konnten, werden keine Saisonziele gesetzt. Die Frauen wollen nach zahlreichen Abgängen lediglich um den Klassenerhalt in der Verbandsliga spielen. Trotzdem gelingt ein perfekter Auftakt mit zwei Siegen.
Zum Auftakt der Fußball-Kreisoberliga bei den Frauen gewinnt der SV Motor Eggesin das Uecker-Randow-Derby gegen den Vierecker SV mit 5:1. Die Eggesinerinnen setzen sich mit diesem Erfolg an die Spitze der Tabelle und geben diesen Platz bis zur Unterbrechung im November nicht wieder her.
Die Alten Herren des Torgelower FC Greif qualifizieren sich für das Finale des Fußball-Kreispokals. Im Halbfinale, das wegen der Corona-Pandemie um mehrere Monate verschoben werden musste, bezwingen die Oldies den FC Landhagen mit 5:1.
18. bis 30. September: Die zweite Welle kommt mit aller Macht
Das lange Warten auf die ersten Pflichtspiele seit Beginn der Corona-Pandemie hat auch für die Handballsportler ein Ende. Die Frauen-Mannschaften des Pasewalker HV und des HSV Greif Torgelow steigen in die Bezirksliga-Saison ein. Damit die Pasewalker ihr Heimspiel vor Zuschauern spielen können, entwickelt der Verein ein Hygienekonzept. Insgesamt 60 Zuschauer dürfen den Sieg über den HC Vorpommern-Greifswald in der Ueckersporthalle verfolgen. Torgelow verliert den Auftakt in Stralsund.
Auch Leichtathletik-Wettkämpfe werden wieder ausgerichtet. Den Anfang im Ueckermünder Waldstadion macht der Bahnlauf. Am schnellsten über die 3000 Meter läuft der Ex-Eggesiner Uwe Kleinschmidt, der mittlerweile für den TC Fiko Rostock startet.
Regelmäßiges Lüften, Mundschutz in der Halle, Desinfektion am Eingang – mit einer Teilnehmerbegrenzung dürfen die Schachsportler vom SAV Torgelow zum fünften Mal ihren Strandhallen-Cup in Ueckermünde austragen. Am Ende gibt es sogar mehr Anmeldungen als die 60 zugelassenen Teilnehmer.
Eine Woche nach den Frauen starten auch die Handball-Männer des HSV Greif in die Saison. Gut ein halbes Jahr lang konnten sie kein einziges Spiel mehr absolvieren. Die Ergebnisse sind erst einmal egal. „Die Jungs haben einfach Bock zu spielen“, freut sich Coach Ronny Thom auf den Saisonstart. Die Auftaktpleite in Greifswald bleibt aber vorerst das einzige Ligaspiel der Torgelower in dieser Saison. Im Oktober fallen erst zwei Spiele aus, dann wird die Saison unterbrochen.
Die Handballer sind die ersten Amateursportler der Region, die von der zweiten Corona-Welle getroffen werden. Das Virus wird aber auch vor anderen Sportarten und Wettbewerben nicht Halt machen.
Was das für den Sport in der Region von Oktober bis Dezember bedeutete, lesen Sie nächste Woche Samstag im vierten und letzten Teil des sportlichen Jahresrückblicks.

 
Seite 1 von 106
Diese Seite verwendet zur besseren Benutzbarkeit Cookies. Um Karten und Videos anzuzeigen, werden Google Maps bzw. Youtube eingebunden. Um bei Anfragen Spam-Schutz zu gewährleisten, verwendet diese Seite Google ReCAPTCHA. Mit der Nutzung dieser Dienste erkläre ich mich einverstanden.