Samstag, 27 Februar 2021 13:30

Wie Amerikas Superstars den Basketball ans Haff brachten

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NORDKURIER – HAFF-ZEITUNG – SAMSTAG, 27. FEBRUAR 2021

BASKETBALL

Basketball galt zu DDR-Zeiten als Sportart ohne Chance auf Olympia-Medaillen und erhielt daher keinerlei Förderung vom Staat. Nach der Wende sorgte jedoch gerade ein spezielles olympisches Turnier für einen regelrechten Basketball-“Boom“ in der Region. Guido Winter, Ueckermünder Korbjäger seit der ersten Stunde, kann sich erinnern, weiß aber auch, dass ein Hype schnell vorbei sein kann.

Für das Nordkurier-Foto nahm Guido Winter zum ersten Mal im Jahr 2021 einen Basketball in die Hand. „Die Luft ist raus“, bemerkte der 44-Jährige – was sowohl für den Ball als auch für die inzwischen abgebrochene Basketball-Saison gelten dürfte. Foto: Dennis Bacher
Für das Nordkurier-Foto nahm Guido Winter zum ersten Mal im Jahr 2021 einen Basketball in die Hand. „Die Luft ist raus“, bemerkte der 44-Jährige – was sowohl für den Ball als auch für die inzwischen abgebrochene Basketball-Saison gelten dürfte. Foto: Dennis Bacher

 

Ueckermünde. Der letzte Liga-Sieg einer Ueckermünder Basketball-Mannschaft liegt schon eine ganze Weile zurück. Fast 13 Jahre sind vergangen, seitdem die Korbjäger des SV Einheit zuletzt ein Pflichtspiel gewannen. Dazu muss man sagen: In den Jahren danach wurde am Haff zwar weiterhin trainiert, um Siege in einer Liga ging es jedoch lange nicht mehr. Dies änderte sich im Jahr 2019, als die Ueckermünder „BallRox“ – so nennt sich die Mannschaft seitdem – nach langer Abstinenz wieder einmal für den Spielbetrieb meldeten. Ein Sieg gelang den Neulingen in ihrer Premierensaison 2019/20 zwar noch nicht, sollte im zweiten Spieljahr allerdings unbedingt folgen. Das Coronavirus schob dieser Hoffnung der „BallRox“ jedoch vorerst einen Riegel vor: Noch vor dem ersten Spieltag sagte der Basketballverband die Saison 2020/21 komplett ab.
Der Spielbetrieb wird in den Ligen des Landes frühestens im Herbst fortgesetzt. „Das Ziel ist dann ganz klar der erste Sieg“, macht Guido Winter schon jetzt deutlich. Der 44-Jährige ist Teil des Teams, versteht sich auf dem Feld als eine Art „Aushilfskraft“, „ich springe dort ein, wo Not am Mann ist“, sagt er. Die Niederlagenserie der ersten Spielzeit macht er vor allem am Erfahrungsdefizit seiner Mannschaft fest. „Wir waren frisch dabei und spielten gegen Mannschaften, die zum Teil schon seit fünf Jahren zusammen spielen. Die Jugendlichen waren nervös, und außerdem wachsen die ‚Großen‘ hier nicht unbedingt auf den Bäumen. Ich will nicht sagen, dass wir nächste Saison um den Titel mitspielen, aber als Kanonenfutter möchten wir uns ganz sicher nicht erneut präsentieren.“ Voraussetzung dafür sei natürlich, dass die Mannschaft so bleibt, wie sie vor dem Lockdown war. Im Optimalfall könnte „BallRox“-Trainer Daniel Havlitschek dann auf 16 Aktive bauen – er selbst ist als Spieletrainer einer von ihnen.
Es sind vor allem die Jugendlichen, von denen sie sich beim SV Einheit in Zukunft sehr viel versprechen. Die Ueckermünder Basketball-Abteilung hat es geschafft, das Interesse der Jugend an dem Sport deutlich zu steigern. Etwa 25 Nachwuchsbasketballer trainierten vor dem Lockdown bei den „BallRox“ in drei Trainingsgruppen – etwa ein Drittel davon ist weiblich. Es wird zwar noch dauern, bis die Oberligamannschaft von dieser Entwicklung profitieren könnte, zu den Männern gehören aber schon jetzt einige Basketballer aus den jüngeren Semestern. Sie sind 18 oder 19 Jahre alt – ein Alter, in dem nicht Wenige ihre Heimatstadt verlassen. „Da kannst du nur hoffen, dass die Jungs in Rostock oder Greifswald studieren“, sagt Winter. Das aktuelle Team ist um die erfahrenen Falko Ramm, Remo Honerjäger, Maik Bretschneider und Guido Winter gebaut, die zum Teil bereits seit der Gründung in den 90er-Jahren aktiv sind und zum ersten Sieg im offiziellen Spielbetrieb seit 13 Jahren beitragen wollen.
„Basketball-Urknall“ erschüttert das Haff
Angefangen hat alles kurz nach der Wende. Galt der Sport zu DDR-Zeiten noch als unpopuläre Beschäftigung, die vom Ministerrat – im Gegensatz zu Sportarten wie Fußball, Handball, Turnen, Leichtathletik und Judo – als nicht förderungswürdig erachtet wurde, da keinerlei Chancen auf Medaillen bei den Olympischen Spiele bestanden, war in den 90ern plötzlich eine gewisse Basketball-Euphorie in der Stadt zu spüren, wie sich Guido Winter erinnern kann. Ausgelöst, durch den spektakulären Auftritt der Amerikaner bei den Olympischen Spielen im Jahr 1992, der sich als eine Art „internationaler Urknall“ des Sports erwies. Die US-Basketballer spielten sich in Barcelona in überlegener und spektakulärer Manie zur Goldmedaille und machten sich als „Dream Team“ auch am Haff einen Namen. „Das hat uns damals ganz schön imponiert“, erzählt Guido Winter, der sich schon vor dem Triumph der „Allstars“ um Magic Johnson, Michael Jordan, Scottie Pippen und Co. immer mal wieder mit Freunden auf dem Hof zum Körbewerfen traf. Vom Hype der Sommerspiele angesteckt, ließen sich fortan immer mehr Jugendliche in Ueckermünde blicken, um – wo immer ein Korb hing –, die Dribblings und Würfe der Stars aus Übersee nachzuspielen. „Fuhr man damals mit dem Fahrrad durch Ueckermünde, sah man überall Leute spielen. Man stieß dann einfach dazu und spielte mit“, schwärmt Winter vom Sommer 1992.
Die Euphorie-Welle schwappte schließlich auch an die Schulen. Gemeinsam mit seinem Kumpel Falko Ramm, einem weiteren „Basketball-Urgestein“ der Region, besuchte Winter das Gymnasium in Eggesin. „Da gab es einen Lehrer, der eine Art Basketball AG gründete“, so Guido Winter. Relativ zeitgleich lernten sie mit dem damaligen Vorstandschef des SV Einheit Ueckermünde, Guido Pietzke, einen Trainer kennen, der ein Herz für Jugendliche hatte und offen für neue Trends war. Er bot den Jungs eine Heimat und organisierte die ersten Streetball-Turniere in Ueckermünde. „Für uns Jugendliche war es wichtig, dass sich jemand kümmerte.“
Zum Jahresbeginn 1994 gründete sich im Verein schließlich eine eigene Basketball-Abteilung, mit den damals 17-jährigen Falko Ramm und Guido Winter als Aktive. „Man hat jede Gelegenheit genutzt, um zu spielen“, erinnert sich der inzwischen 44-jährige Winter, der sich als Kind erst im Bodenturnen ausprobierte, anschließend als Ringer und Schütze agierte, ehe er sich gänzlich dem Sport aus den Staaten verschrieb.
Spricht man den heutigen Trainer der Ueckermünder „BallRox“-Mannschaft, Daniel Havlitschek, auf Guido Winter an, dann fallen ausschließlich lobende Worte. Winter spielte, dem Vernehmen nach, eine entscheidende Rolle in der Entwicklung des lokalen Basketballsports. Man könne ihn im wahrsten Sinne als „Mädchen für alle“ bezeichnen. Gemeint sind die zahlreichen Funktionen, die Guido Winter bekleidet. Der 44-Jährige ist nach wie vor aktiver Spieler in Ueckermünde, trainiert den Nachwuchs im Verein, leitet seit fünf Jahren die Basketball-Abteilung, ist Teil des Vereinsvorstandes und seit dem vergangenen Jahr sogar stellvertretender Vorsitzender des SV Einheit. Er pfeift am Wochenende Landespartien und ist außerdem als Datenschutzbeauftragter im Verbandspräsidium beschäftigt.
Beruflich bedingt pendelt Guido Winter zudem regelmäßig zwischen Ueckermünde – wo er Haus und Hof zu versorgen hat – und Schwedt, wo er einen Job am Amtsgericht ausübt.
Winter: Eine Zeit lang war alles eingeschlafen
Der Olympia-Hype hielt in den 90ern leider nicht allzu lange an. An regelmäßigen Spielbetrieb war für die Basketballer vom Haff nach der Gründung der Abteilung noch nicht zu denken, zu viele Kilometer hätten für die Auswärtspartien zurückgelegt werden müssen, zu wenig Geld stand damals zur Verfügung. „Wir haben hauptsächlich trainiert“, erinnert sich Guido Winter – hin und wieder gab es Turniere. Mit der Zeit verloren einige die Lust an dem Sport, andere nahmen ein Studium fernab der Heimat auf, wieder andere wollten regelmäßig spielen und schlossen sich einem entsprechenden Verein an. „Eine Zeit lang war alles eingeschlafen“, sagt Winter.
Im Jahr 2001 erlebte die Basketball-Abteilung beim SV Einheit Ueckermünde einen zweiten Frühling. Ehemalige Korbjäger hatten ihren Studienabschluss inzwischen in der Tasche und kehrten zurück ans Haff. „Macher“ Falko Ramm, der zwischenzeitlich zum SV Turbine Neubrandenburg gewechselt war, gab ebenfalls seine Rückkehr bekannt. Von diesem Schwung gepackt, beteiligten sich die Ueckermünder im Herbst des Jahres erstmals an der Basketball-Landesliga, seinerzeit der untersten Spielklasse in Mecklenburg-Vorpommern. In der Saison 2007/08 belegte der SV Einheit in der Landesliga Ost den vierten Platz, danach wurde es wieder still um die Abteilung. „Einige Aktive wurden Vater, andere bauten Häuser“, erklärt Guido Winter den erneuten Rückschlag.
Nachdem Ueckermündes Vereinschef Guido Pietzke im Jahr 2010 plötzlich und unerwartet starb, nahmen die Basketballer um Guido Winter und Falko Ramm die Organisation in die Hand. Obwohl sie inzwischen weg vom offiziellen Spielbetrieb waren, machten sich die Ueckermünder in der Basketball-Landschaft von Mecklenburg-Vorpommern einen Namen. Zahlreiche Turniere und Minicups waren der Beweis. Diese Entwicklung beobachtete auch der Präsident des Landesbasketballverbandes: Daniel Havlitschek lernte Winter und Ramm auf dem Basketballplatz kennen, seit 2017 ist Ueckermünde seine Heimat und der SV Einheit sein Verein.
Gemeinsam gingen die Verantwortlichen an die Schulen und schafften es, wieder zahlreiche Kinder für den Sport zu begeistern. Zudem brachten die „Alten“ um Falko Ramm und Remo Honerjäger ihre Söhne mit zum Training, die wiederum Kumpel von einem Beitritt überzeugten. „So kam wieder Schwung rein“, erinnert sich Winter. Dieser Schwung mündete 2019 in der Rückkehr in den Ligabetrieb. Bei ihrem letzten Heimspiel vor der Zwangspause verfolgten mehr als 100 Zuschauer das Spiel der „BallRox“ – ein Rekord für die Abteilung. „Das schaffen ja noch nicht mal die Fußballer“, meint Winter, der ein ansteigendes Basketball-Interesse in der Region durchaus bestätigen kann, aber zur Vorsicht rät: „Wer weiß, wie das ist, wenn es wieder losgeht.“ Er weiß, wie schnell ein Hype vorbei sein kann.
Basketball spielen ist seit Monaten kaum bis gar nicht möglich. Guido Winter schätzt, dass der Hallensport der letzte sein wird, der wieder erlaubt sein wird. Fit hält er sich derzeit vor allem auf seinem Indoor-Fahrrad, fast 700 Kilometer hat er darauf bereits zurückgelegt. „Es ist nicht dasselbe, wie in der Halle zu spielen, aber besser als nichts“, sagt er.  Für das Foto im Nordkurier nimmt Guido Winter zum ersten Mal im Jahr 2021 einen Basketball in die Hand. „Die Luft ist raus“, sagt er – was sowohl für den Ball als auch für die inzwischen abgebrochene Basketball-Saison gelten dürfte. Im Frühling möchte er nach langer Zeit mal wieder ein paar Körbe werfen gehen. Für den ersten Liga-Sieg seit 13 Jahren dürfte schließlich etwas Training vonnöten sein.

 
 
Dienstag, 09 Februar 2021 09:29

Voreilig oder vernünftig? Basketball-Saison abgebrochen

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NORDKURIER – HAFF-ZEITUNG – DIENSTAG, 09. FEBRUAR 2021

BASKETBALL

Der Basketballverband in Mecklenburg-Vorpommern hat die Saison 2020/21 ersatzlos gestrichen. Damit ist die Spielzeit in der Oberliga für die Teams aus Ueckermünde und Neubrandenburg noch vor dem ersten Spieltag beendet. Eine überstürzte Entscheidung?

Daniel Havlitschek, Basketball-Verbandspräsident und Trainer in Ueckermünde. Foto: ZVG
Daniel Havlitschek,
Basketball-Verbandspräsident und
Trainer in Ueckermünde. Foto: ZVG

Vorpommern/Seenplatte. Mit einer drastischen Entscheidung überraschte der Basketballverband Mecklenburg-Vorpommern: Während die meisten Sportverbände des Landes noch auf sinkende Corona-Zahlen, Lockerungen im Amateursport und einen Restart im Frühjahr hoffen, zogen die Basketballer schon jetzt die Reißleine und erklärten die laufende Spielzeit mit sofortiger Wirkung für beendet. „Die Saison 2020/21 wird ersatzlos gestrichen und nach jetzigem Stand auch nicht nachgeholt“, machte Basketball-Verbandspräsident Daniel Havlitschek auf Nachfrage deutlich.
54 Mannschaften in Mecklenburg-Vorpommern, die in zwölf Ligen und zwei Landespokalen gemeldet waren, müssen sich somit nach einem Basketballfreien Winter auch auf ein Frühjahr ohne Korbjagd einstellen. Mit den Ost-Oberligisten SV Einheit Ueckermünde und SV Turbine Neubrandenburg sind auch zwei Teams aus unserer Region betroffen. Für die beiden Mannschaften ist die Spielzeit beendet, noch bevor sie ein einziges Ligaspiel absolvieren konnten.
Verbandspräsident Havlitschek, der auch die Ueckermünder „BallRox“-Truppe in der Oberliga trainiert, versicherte, den Saisonabbruch im Präsidium keineswegs unüberlegt oder voreilig beschlossen zu haben. „Wir haben es uns mit dieser Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht“, sagte er dem Nordkurier. So sei über verschiedene Möglichkeiten für eine Fortsetzung des Spielbetriebs ausführlich diskutiert worden. Wie Havlitschek verriet, stand dabei besonders ein Alternativplan im Zentrum der Debatte: eine verkürzte Saison ohne Play-Offs zwischen Ostern und den Sommerferien. Zu viele Unsicherheiten hätten bei der Analyse aber überwogen und letztlich zum Saisonabbruch geführt. Den Mitgliedern und Vereinen wollte man nicht die Planung einer dritten Saison in Folge mit großem Fragezeichen zumuten. Insgesamt hätten lediglich neun Wochenenden zum Spielen zur Verfügung gestanden. „Die Situation hätte praktisch an jedem Wochenende Spiele jeder Spielklasse erfordert“, so Havlitschek. Dieser verdichtete Spielbetrieb wäre ihm zufolge für viele Vereine und auch für die Schiedsrichter organisatorisch kaum zu stemmen gewesen und hätte vor allem für die Elternhäuser vieler Jugendspieler eine enorme Belastung dargestellt. Stattdessen will der Verband auf langfristige Planungssicherheit setzen. „Natürlich“, fügte Daniel Havlitschek an, „sind wir genauso enttäuscht wie wohl alle Sportler im Land, doch die Sicherheit aller Teilnehmer geht vor.“
Die Hoffnung, bis zum Sommer doch wieder Basketball erleben zu können, bleibt dennoch bestehen. „Wir befinden uns in der Planungsphase für ein potenzielles Spielangebot für alle Altersklassen.“ Bei der Planung sollen die Vereine frühestmöglich mit einbezogen werden. Sofern es die Infektionslage zulasse, wären frühestens ab Ostern auch Freundschaftsspiele eine Option. „Dies könnte ein Startschuss für eine verhältnismäßig „normale“ Saison 2021/22 werden“, sagte Havlitschek.
Ursprünglich war geplant, den Spielbetrieb in den Basketball-Ligen ab dem 27. Februar wieder aufzunehmen. Dieser Zeitplan ließe sich nach der Auffassung des Basketballverbandes in der derzeitigen Situation allerdings nicht umsetzen. Der eigentlich bereits im Oktober 2020 geplante Saisonbeginn musste seinerzeit abgeblasen werden, wie auch die folgenden Partien. Einen Vergleich haben zumindest die Neubrandenburger Korbjäger in dieser Saison bestritten: Im MV-Pokal-Wettbewerb setzte es am 18. Oktober gegen die „Erste“ der SG Greifswald eine 48:56-Niederlage.

 
 
 
 
Dienstag, 02 Februar 2021 02:58

So halten sich unsere Sportler fit

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NORDKURIER – HAFF-ZEITUNG – DIENSTAG, 02. FEBRUAR 2021

BASKETBALL

Vorpommern/Seenplatte. Keine Frage: Das nervt! Kein Training zusammen mit den Sportkumpels und -kumpelinen. Von Mannschafts-Spielen oder Wettkämpfen kann erst recht noch keine Rede sein. Die Sportplätze sind abgesperrt, die Turnhallen dichtgemacht. Der Corona-Lockdown 2.0 erweist sich als eine harte Geduldsprobe auch für kleine und große Leute, denen das Sporttreiben eigentlich eine kollektive Angelegenheit ist. Seit drei Monaten geht das nun schon wieder so.
Den Kopf in den Sand stecken? Vor dem Computer versacken? Die Glotze auf Dauerbetrieb? – Nicht für diese Mecklenburg-Vorpommern! Die Hobbysportler finden, wie eine Nordkurier-Umfrage ergeben hat, auch unter Beachtung der aktuellen Hygieneregeln Möglichkeiten, sich fit zu halten und ihrem Bewegungsdrang nachzugeben. Laufen wenn die Kinder schlafen, Solo-Nummern auf dem Freiplatz, Rad auf Rolle, Alleinläufe bei Dreckswetter, Kraftsport im Keller, Heavy-Metal-Jogging – nur einige Beispiele. Sie sind vorbereitet, wenn es wieder losgeht.
 
Alleine auf dem Freiplatz
Paul Brüsch, Basketballer beim SV Einheit Ueckermünde „BallRox“
„Ich gehe dreimal in der Woche Laufen und mache auch dreimal Ganzkörper-Kraftsporttraining. Außerdem gehe ich, wann immer das Wetter es zulässt, allein auf einen Freiplatz in unserer Region und arbeite an meiner Technik. So versuche ich bestmöglich vorbereitet zu sein, wann immer es auch weitergeht.“ 
Acht Kilometer in der Woche
Nele Schröder, Nachwuchs-Volleyballerin beim SV Grün-Weiß Ferdinandshof
„Seit einigen Jahren trainiere ich mit viel Freude Volleyball beim SV Grün-Weiß Ferdinandshof 47 und bin dort in der U16 aktiv. Während der Pandemie ist Volleyballtraining leider nicht erlaubt. Daher halte ich mich mit Jogging fit. Zweimal in der Woche laufe ich eine Vier-Kilometer-Runde in Ueckermünde. Hoffentlich ist bald ein Ende der Corona-Pandemie in Sicht und wir können unseren Sport wieder miteinander ausüben.“
 
Heavy-Metal-Musik gibt den Takt vor
Tommy Otting, Judoka beim JC Vier Tore Neubrandenburg
„Beim JC Vier Tore Neubrandenburg bin ich Judoka und Übungsleiter. Echter Kampfsport mit Anfassen ist ja jetzt nicht erlaubt, deshalb halte ich mich – wie meine Vereinskollegen – mit Laufen fit. Heavy-Metal-Musik gibt mir dabei den Takt vor.“
 
Gewichte stemmen für die Meisterschaft
Elia Heydrich, Ringer beim SAV Torgelow
„Ich halte mich mit athletischen Übungen fit und das jeden Tag. Darunter sind zum Beispiel Klimmzüge, das Arbeiten mit Gewichten und Liegestützhalten (Plank). Unser Verein richtet dieses Jahr eine Deutsche Meisterschaft aus – wenn alles klappt im Oktober. Ich werde dort starten und versuchen, eine Medaille zu gewinnen.“
 
Auch im Winter keine Pause
Remo Hasenjäger, Radsportler aus Anklam
„Ich bin seit vielen Jahren ein begeisterter Radsportler. Die Zeit im Lockdown ist für viele Sportler nicht einfach. Im Winter gehe ich sehr gern ins Fitnessstudio, um Muskelgruppen zu trainieren, die man auf dem Rad vernachlässigt. Das fällt zurzeit leider weg. Mein Training absolviere ich deshalb zu Hause auf einem Rollentrainer. Je nach Wetter fahre ich aber auch draußen. Pausen gibt es auch im Winter nicht.“ Geteiltes Leid ist halbes Leid
Roy Gerling, Volleyballer beim SV Grün-Weiß Ferdinandshof und SVV Drögeheide
„Ich bin seit 2010 Vereinsmitglied beim SV Grün-Weiß Ferdinandshof und zusätzlich in der Pommernliga beim SVV Drögeheide aktiv. Zweimal die Woche trainiere ich mit meinem Bruder Nick im eigenen Sportraum, um uns auch während Corona und der damit verbundenen Schließung des Sportbetriebes bei „Grün-Weiß“ mit Kraft- und Ausdauersport fit zu halten.“
 
Schnee und Kälte? Kein Problem für dieses Lauf-Duo
Markus und Moritz Junk, Fußballer beim SV Sturmvogel Völschow
„Mein Name ist Marcus Junk, ich bin Torhüter beim SV Sturmvogel Völschow. In der spielfreien Zeit halte ich mich gemeinsam mit meinem Sohn Moritz, der in der E-Jugend aktiv ist, bei regelmäßigem Lauftraining fit. Schnee und Kälte hindern uns daran natürlich nicht.“
 
Am Sandsack im Kinderzimmer 
Andreas Max, Boxer bei Aufbau Altentreptow
„Ich heiße Andreas Max, zehn Jahre alt und Boxer bei Aufbau Altentreptow. Täglich trainiere ich in meinem Kinderzimmer am Sandsack, den mir der Verein für diese Zeit zur Verfügung stellt. Nach den Schulaufgaben ist das ein guter Ausgleich, und ich bleibe fit.“
 
Laufen, wenn die Kinder schlafen
Thomas Gaedtke, Fußballer des SV Görmin
„Mein Name ist Thomas Gaedtke, ich bin Landesliga-Fußballer des SV Görmin. Mich in dieser Phase zu motivieren, fällt mir nicht sonderlich schwer, da ich mich bereits in der Vergangenheit während der Spielpausen selbstständig fit gehalten habe. Aktuell versuche ich, viermal in der Woche zu trainieren. Dabei variiere ich zwischen Laufeinheiten oder Krafttraining. Mitunter werden es auch fünf Einheiten, manchmal auch nur drei, was mir aber bei zwei kleinen Töchtern zu Hause auch nicht so wichtig ist. Trotzdem versuche ich, sehr viel um meine Trainingseinheiten zu machen, um anschließend auch für meine Mannschaft alles geben zu können. Das heißt dann aber wiederum Kraftsport morgens um 5.30 Uhr vor der Arbeit oder laufen am Abend, wenn die Kinder schlafen.“

 
Dienstag, 02 Februar 2021 02:50

Basketball-Saison in MV abgebrochen

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NORDKURIER – SPORT-KURIER – DIENSTAG, 02. FEBRUAR 2021

BASKETBALL

Das ist ein Rückschlag für die Basketballer in MV: Liga-und Pokalspiele wurden komplett abgesagt.

Neubrandenburg/Rostock/Ueckermünde. Das Jahr fängt für die Basketballer in MV mit einem pandemiebedingten Tiefschlag an. Aufgrund des Lockdowns, der mindestens bis zum 14. Februar andauert, hat der Basketballverband MV die aktuelle Saison abgebrochen. „Ich verstehe jeden, der nun sehr enttäuscht ist. Ich bin es auch! Doch die Gegebenheiten lassen leider keine andere vernünftige Entscheidung zu”, sagt Verbandspräsident Daniel Havlitschek.
54 Mannschaften, die in zwölf Ligen und zwei Landespokalen gemeldet waren, müssen in diesem Winter ohne Basketball auskommen. Nachdem im Herbst im Zuge der Corona-Beschränkungen auch Mannschaftssport untersagt worden war, konnten manche von ihnen den Liga-Betrieb noch nicht einmal starten, andere hatten lediglich einen Spieltag absolviert. „Ursprünglich wollten wir zwischen den Oster- und Sommerferien nochmals einen Versuch wagen, solange die Politik dies zugelassen hätte. Jedoch wäre die Belastung für alle Beteiligten in diesem engen Zeitfenster von nur neun Spiel-Wochenenden nicht zumutbar gewesen“, so Havlitschek.
Etwas Hoffnung besteht dennoch, sagt Havlitschek: „Wir wollen nun den Kontakt zu allen Vereinen suchen und zusammen ein alternatives Spielangebot im Frühjahr oder Sommer auf die Beine stellen. Denn nur gemeinsam kommen wir aus dieser Krise“. Sofern die Landesregierung wieder grünes Licht für Mannschaftssport gibt, wären Freundschaftsspiele oder Turniere möglich, die mit den Vereinen besprochen wird.

 
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